Zum Start in die Heizperiode herrscht am Pelletmarkt wenig Bewegung. Die Preisentwicklung zeigt auf hohem Niveau seitwärts und das Kaufinteresse der Kundschaft ist schwach bis mäßig. Auch der Neubau von Pelletheizungen schwächelt weiterhin. Trotz hoher Öl- und Gaspreise, die einen Wechsel des Energieträgers nahelegen, kommt der Absatz neuer Pelletheizungen nur mühsam in Schwung und bleibt auch 2026 deutlich hinter den Boom-Jahren 2020 bis 2023 zurück.
Abgesehen von einer markanten Korrektur der Sackwarepreise in Deutschland auf 550 Euro je Tonne, die auf zusätzliche bundesweite Anbieter zurückzuführen ist, zeigt sich das Preisniveau seit Mitte September unverändert. Stand der Dinge sind rund 440 Euro in Deutschland, 460 Euro in Österreich und 525 Franken in der Schweiz (Preis je Tonne lose Pellets bei Gesamtabnahme von sechs Tonnen zzgl. Einblaspauschale).
In Ermangelung preislicher Impulse zeigt sich auch die Kauflaune der Verbraucher träge. Die Hauptbevorratung mit Holzpellets fand 2026 überwiegend bereits im Hochsommer statt. Anfang Juli sorgte der abrupte Aufwärtsdreh der Pelletpreise nach der nach Erreichen des Sommertiefs bei ca. 350 Euro je Tonne in Deutschland für einen kräftigen Kaufimpuls. Im September setzte das Saisongeschäft ein und Nachzügler deckten sich bei noch immer leicht steigenden Preisen mit Pellets ein. Die Neubauaktivität bei Pelletheizungen war im bisherigen Jahresverlauf 2026 neuerlich gering. Während in den Boom-Jahren 2020 bis 2023 rund 60.000 bis 120.000 neue Pelletkessel und Pelletkaminöfen pro Jahr eingebaut wurden, sackte die Zahl 2024 und 2025 auf 30.000 bis 35.000 Einheiten ab. 2026 könnten es bis zum Jahresende rund 40.000 werden.
Entsprechend sind am Pelletmarkt auch in diesem Herbst nur wenige Erstkäufer unterwegs. In Richtung Spätherbst und Weihnachtszeit bleibt nun abzuwarten, welche Faktoren die Oberhand bei der Preisbildung gewinnen. Wird es früh kalt und eine größere Zahl an Bedarfskäufern frequentiert den Markt, dürften die Preise stabil bleiben. Ein steigendes Rohstoffangebot von Sägerestholz bei wenig Brennstoffbedarf auf der Verbraucherseite könnte die Pelletpreise dagegen sukzessive unter Abwärtsdruck setzen.
Statistisch gesehen winkt Pelletskunden bis zum Jahresende zumindest ein Zwischentief der Preise. Analog zum Vorjahr könnte es im November und Dezember leicht abwärts gehen, ehe die Karten im neuen Jahr neu gemischt werden. Hier ist die Tendenz uneinheitlich 2024 begann mit einem kontinuierlichen Preisrutsch, der bis in den Sommer anhielt. Die Jahresstarts 2025 und 2026 waren dagegen von einem knappen Restholzangebot und steigenden Pellettpreisen auf dem Höhepunkt des Winters geprägt.
Mit einem Blick über den Tellerrand lässt sich auf jeden Fall sagen, dass sich Besitzer einer Pelletheizung im Herbst 2026 mit einem blauen Auge davonkommen. Zwar sind die Oktober-Preise Für Holzpellets die höchsten seit 2022 und liegen rund 25 Prozent über dem Vorjahresmonat, verglichen mit dem Heizölpreis, der sich mehr als verdoppelt hat bedeutet das aber Glück im Unglück. Und auch bei den Gaspreisen droht Ungemach. Die Großhandelspreise an der Rotterdamer Börse haben sich im Vergleich zum Oktober 2025 verdreifacht und im Vorfeld des Winters steigen die Endverbraucherpreise für Neuverträge bereist deutlich. Eine Kilowattstunde Wärme aus Erdgas kostet derzeit rund 13 bis 14 Cent. Heizöl bildet den unrühmlichen Spitzenreiter mit rund 17,5 Cent. Holzpellets bewegen sich mit rund 8,9 Cent je kWh zumindest weiterhin im einstelligen Cent-Bereich. Die knapp 800.000 Haushalte in Deutschland, die ganz oder teilweise mit Pellets heizen, dürfen sich also ein bisschen als Gewinner fühlen. Zum einen preislich, insbesondere aber auch, weil sie sowohl unabhängig von leitungsgebundener als auch von fossiler Energie sind und auf einen regional verfügbaren Energieträger setzen. Schlussendlich lässt sich der jährliche Bevorratungszeitpunkt relativ frei wählen. Kritiker dürfen an dieser Stelle selbstverständlich anmerken, dass eine Pelletheizung die hohen Anschaffungskosten einer Wärmepumpe mit dem Platzbedarf der Tanks einer Ölheizung vereint. Aber irgendetwas ist ja immer.
In diesem Sinne wünschen wir einen gemütlichen Herbst, mit hoffentlich sinkenden Preisen.