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Heizölpreise ziehen wieder leicht an

Die Ölpreise legen am Dienstag wieder leicht zu, während aus dem Persischen Golf neue Zwischenfälle mit Schiffen gemeldet werden. Gasöl erholt sich von seinen frühen Tiefs. Die Heizölpreise in Deutschland und der Schweiz steigen heute an, in Österreich etwas deutlicher als die Tage zuvor.

Zum Wochenstart rutschten die Ölpreise zunächst ab. Brent fiel zeitweise unter 115 US-Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI näherte sich der Marke von 100 US-Dollar. Danach drehte die Richtung, und am frühen Abend lagen die Preise so hoch wie den ganzen Tag nicht. Brent beendete den Montag bei 115,81 US-Dollar. Gasöl legte im Tagesverlauf deutlich zu und schloss mit 1.520,25 US-Dollar je Tonne um 28,25 US-Dollar über dem Freitagsniveau. Am Dienstagmittag kostet Brent 116,22 US-Dollar und damit 0,41 US-Dollar mehr als zum Handelsschluss, WTI steht bei 102,44 US-Dollar. Gasöl liegt mit 1.504,00 US-Dollar je Tonne noch gut 16 US-Dollar unter dem Montagsschluss, hat seine Tiefs vom frühen Morgen aber hinter sich gelassen. Der Euro gibt leicht auf 1,11 US-Dollar nach.

Den Dämpfer am Montag lieferte ein Treffen in Teheran. Hochrangige Vertreter aus Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan reisten in die iranische Hauptstadt, um über eine Beruhigung der Lage zu sprechen. Nach Darstellung iranischer Staatsmedien vereinbarten die vier Staaten, ihren Dialog fortzusetzen. Als WTI in die Nähe der 100 US-Dollar fiel, stiegen die Preise wieder. Halt gaben dabei Aussagen des Chefs der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, der auch für 2027 mit einem angespannten Ölmarkt rechnet.

Wie verwundbar die Schifffahrt in der Region bleibt, zeigten am Montag zwei Meldungen aus dem nördlichen Persischen Golf. Die britische Behörde für maritime Handelssicherheit (UKMTO) berichtete von einem Schiff, das rund 63 Seemeilen südöstlich der irakischen Stadt al-Faw in Brand geraten sei. Die Ursache ist unklar, die Behörde stuft den Vorfall als verdächtig ein. Laut dem Nachrichtenportal Iraqi News traf bei einem weiteren Vorfall rund 30 Seemeilen südöstlich von al-Faw eine nicht identifizierte Rakete einen Tanker, das Portal beruft sich dabei auf den Kapitän. Auch Saudi-Arabien bleibt Ziel der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen. Die von Riad angeführte Militärkoalition meldete den Abschuss von vier Drohnen im Süden des Landes und die Abwehr von drei ballistischen Raketen, die auf den Osten zielten. Nach Erhebungen einer Washingtoner Denkfabrik war der Oktober für die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus und den angrenzenden Gewässern der schwerste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2017.

Teuer bleibt vor allem der Transport. Laut IEA kosteten für Asien bestimmte Rohölsorten im Oktober im Schnitt 93 US-Dollar je Barrel ab Verladung, bis zum Empfänger aber 131 US-Dollar. Solche Frachtkosten können die Einkaufspreise für Diesel und Heizöl in Europa auch dann hoch halten, wenn Brent nachgibt. Beim Gasöl ist der Aufpreis für Lieferungen im November gegenüber Dezember am Montag auf gut 62 US-Dollar je Tonne gewachsen. Offen bleibt, ob russischer Diesel den Markt entlasten kann. Das US-Finanzministerium hat die Einfuhr vorübergehend erlaubt, Teile des Kongresses stellen sich aber gegen solche Geschäfte, und wie viel tatsächlich in den USA ankommt, ist unklar.

Für weitere Bewegung könnten mehrere Termine sorgen. In Israel wird heute gewählt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu fordert, unterstützt von US-Präsident Donald Trump, den Sturz der Führung in Teheran, während Oppositionsführer Gadi Eisenkot das iranische Atomprogramm stoppen will, einen Machtwechsel aber für unerreichbar hält. Im Blick stehen auch der Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve und die Zwischenwahlen in den USA am 3. November.

Der Liter Heizöl kostet im Bundesschnitt 1,75 Euro und damit knapp 0,4 Cent mehr als am Vortag. In den meisten Bundesländern wird es teurer, am stärksten in Mecklenburg-Vorpommern mit gut 1,50 Cent. In Hamburg, das gestern noch zu den günstigsten Ländern zählte, ist es knapp ein Cent. In Bremen und Hessen gibt der Liter dagegen um knapp einen halben Cent nach. Unter den Großstädten zahlen Kunden in Köln mit 1,80 Euro am meisten, in Nürnberg mit 1,71 Euro am wenigsten. Am Rhein lässt die erhoffte Entspannung auf sich warten. Nach der jüngsten amtlichen Vorhersage dürfte der Pegel Kaub am Mittwoch nur kurz steigen und bis Freitag wieder auf rund 60 Zentimeter fallen. Auch am Oberrhein sinkt der Wasserstand nach einem kurzen Anstieg wieder. Für den Pegel Maxau rechnet die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg bis Anfang November mit einem Rückgang auf unter 290 Zentimeter, das läge tiefer als beim Niedrigwasser im Oktober 1972. Für die Belieferung im Westen und Süden bleiben die Transporte damit vorerst teurer.

In Österreich steigt der Liter auf 1,86 Euro, knapp zwei Cent mehr als am Vortag, und liegt damit knapp elf Cent über dem deutschen Schnitt. In der Schweiz kostet der Liter 1,78 Franken, knapp 0,4 Rappen mehr als am Vortag.

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