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Heizölpreise stabilisieren sich wieder

Die Ölpreise haben am Dienstag spürbar nachgegeben, stabilisieren sich am Vormittag aber auf erhöhtem Niveau. Neue Daten zeigen wohl, dass die Ölexporte aus dem Nahen Osten trotz des Iran-Kriegs fast wieder das Vorkriegsniveau erreichen, und die USA geben weitere Notreserven frei. Die Heizölpreise im DACH-Raum zeigen sich am Mittag uneinheitlich. In Deutschland und der Schweiz ziehen sie an, in Österreich geben sie nach.

Die Nordseesorte Brent kostet am Vormittag 103,46 US-Dollar pro Barrel und damit knapp dreieinhalb US-Dollar weniger als gestern Morgen. Die US-Sorte WTI steht bei 89,96 US-Dollar, knapp vier US-Dollar unter dem Stand von gestern Morgen. Gasöl, an dem sich der Heizölpreis orientiert, verlor am Dienstag gut 50 US-Dollar und war zeitweise so günstig wie seit knapp drei Wochen nicht mehr. Heute Morgen holt es mit 1.435,00 US-Dollar pro Tonne einen Großteil dieser Verluste wieder auf.

Den Ausschlag gaben neue Zahlen zu den Ölströmen aus der Golfregion. Nach Angaben des Energiedatenanbieters Vortexa passieren derzeit täglich 11,2 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus, rund 80 Prozent der Vorkriegsmenge. Die US-Großbank JP Morgan kommt für die gesamte Region auf Rohölexporte von 17,5 Millionen Barrel am Tag und damit auf 98 Prozent des früheren Niveaus. Ein Teil der Tanker ist dabei verdeckt unterwegs. Sicher ist der Weg durch die Meerenge deshalb noch lange nicht. Am Montagabend traf ein unbekanntes Geschoss dort ein Schiff und setzte es in Brand. Nach Angaben der britischen Behörde für Schifffahrtssicherheit UKMTO ist das Feuer inzwischen gelöscht und die Besatzung in Sicherheit.

Die US-Regierung stellt weiteres Rohöl aus ihren Notbeständen bereit. Das Energieministerium bietet bis zu 40 Millionen Barrel aus der Strategischen Erdölreserve an und kommt damit seiner Zusage von insgesamt 172 Millionen Barrel an die Internationale Energieagentur (IEA) vollständig nach. Hintergrund sind die hohen Kraftstoffpreise, die wenige Wochen vor den Kongresswahlen am 3. November historische Höchststände erreicht haben. Für weitere Freigaben bleibt kaum Spielraum. Mit dieser Abgabe ist die Reserve so gering wie seit 1982 nicht mehr, und Energieminister Chris Wright hält eine zusätzliche Entnahme für unwahrscheinlich. Mehreren europäischen Partnern hielt er vor, ihre Zusagen an die IEA bislang nur zu einem geringen Teil erfüllt zu haben. Einen weiteren Hinweis auf ein wachsendes Angebot liefern die Schätzungen des Branchenverbands American Petroleum Institute (API). Demnach sind die Rohölbestände in den USA in der vergangenen Woche um eine Million Barrel gestiegen, die Benzinvorräte um drei Millionen Barrel. Beide Werte liegen deutlich über den Erwartungen. Die offiziellen US-Bestandsdaten des US-Energieministeriums folgen dann heute.

Russland hat Kiew und das Umland in der Nacht mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen. Laut der Nachrichtenagentur Unian galt der Angriff erstmals seit Längerem wieder der Energieversorgung. Als Ziele nannte das russische Militär ein Wasserkraftwerk, ein Heizkraftwerk und ein Umspannwerk. Bereits am Dienstag war Insidern zufolge bekannt geworden, dass sich Russlands Sondergesandter Kirill Dmitriew in Washington mit Vertretern des US-Finanz- und des Energieministeriums getroffen hat. Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters ging es dabei um ein Ende des Krieges und um mögliche Energieprojekte für die Zeit danach.

Die Heizölpreise ziehen am Mittag fast flächendeckend an. Im deutschen Bundesschnitt kostet der Liter 1,66 Euro und damit gut einen Cent mehr als gestern. Am stärksten steigt er in Bremen mit gut vier Cent, in Sachsen-Anhalt, Hamburg, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen kommen rund drei Cent hinzu. Einzig im Saarland gibt der Preis minimal nach. Trotz des Aufschlags bleibt Hamburg mit durchschnittlich 1,61 Euro das günstigste Bundesland, Hessen mit durchschnittlich 1,72 Euro das teuerste.

Etwas Entlastung gibt es ab morgen immerhin an der Zapfsäule. Mit dem 1. Oktober greift um Mitternacht erneut der Tankrabatt, und die Steuern auf Benzin und Diesel sinken um 16,7 Cent pro Liter. Der Nachlass gilt allerdings nur für Kraftstoff, der ab diesem Zeitpunkt Raffinerien und Tanklager verlässt, weshalb es dauern kann, bis alle Tankstellen mit günstigerem Sprit versorgt sind. Beim ersten Rabatt im Mai fielen die Preise dennoch schon in der ersten Nacht an den meisten Tankstellen deutlich.

In Österreich geben die Heizölpreise um gut einen Cent auf 1,85 Euro pro Liter nach. Am deutlichsten sinkt der Preis in Kärnten mit 1,6 Cent, in Oberösterreich und Vorarlberg bleibt er unverändert. Die Spanne reicht von 1,79 Euro in Salzburg bis 1,92 Euro in Tirol. In der Schweiz zieht Heizöl dagegen in allen Kantonen um gut drei Rappen an. Der Liter kostet im Schnitt 1,67 Franken, am günstigsten ist er im Waadtland mit 1,62 Franken, am teuersten in Graubünden mit 1,80 Franken.

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