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Teuerster Monat für Heizölkunden

Brent hat am Mittwoch erstmals seit Juli wieder über 100 US-Dollar geschlossen und hält die Marke auch am Donnerstag. Gasöl gibt nach seinem jüngsten Lauf gut zwei Prozent ab. Aus Washington kommen derweil Zweifel, dass der Iran-Krieg so schnell endet, wie Donald Trump es verspricht. Die Heizölpreise reagieren am Vormittag erstmal verhalten und bleiben in der Nähe ihrer Vortagsniveaus.

Die Nordseesorte Brent notiert aktuell bei 102,07 US-Dollar pro Barrel, die amerikanische Ölsorte WTI bei 96,92 US-Dollar. Gasöl, der Kontrakt an der Londoner Börse ICE, aus dem sich der Heizölpreis ableitet, kostet 1.460,50 US-Dollar pro Tonne und liegt damit gut 12 US-Dollar unter dem Mittwochsschluss. Nach dem kräftigen Anstieg der vergangenen Tage setzt der Mitteldestillatkontrakt heute erstmals wieder zurück, während Rohöl seine Marke hält.

Die Frage hinter diesen Kursen lautet inzwischen, wie lange dieser Krieg noch dauert. Trump erklärte am Mittwoch, das Ende komme unmittelbar nach den US-Kongresswahlen Anfang November, weil der Iran nicht länger durchhalten könne. Nach Informationen des Wall Street Journal haben Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio den Präsidenten allerdings darauf vorbereitet, dass sich der Konflikt bis zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2029 hinziehen könnte. Das Pentagon hat erste Stationierungen im Nahen Osten bereits bis 2027 verlängert. Teheran liefert die passende Ansage dazu und erklärt, man verfüge über genügend Raketen für einen langen Konflikt, die Ära der maßvollen Reaktionen sei vorbei.

Wie das aussieht, zeigte die Nacht zum Mittwoch. Beim iranischen Raketenangriff auf den Stützpunkt Muwaffaq Salti in Jordanien wurden nach einem CBS-Bericht mehrere US-Militärflugzeuge beschädigt, einer A-10 riss es die Tragfläche ab, rund acht F-15 trugen leichte Schäden davon. Die US-Kräfte vor Ort feuerten zur Abwehr mehr als 30 Patriot-Raketen ab. Der Iran kündigte zugleich an, sein maritimes Sperrgebiet auszuweiten, das künftig von der Hafenstadt Tschabahar bis in Teile des Golfs von Oman und des Arabischen Meeres reichen soll. Im Jemen nahmen die vom Iran unterstützten Huthi die Hafenstadt Mocha nahe dem Bab el-Mandeb ein, der zweiten großen Wasserstraße der Region.

Zudem hob die US-Energiebehörde EIA ihre Ölpreisprognosen für dieses und nächstes Jahr um jeweils knapp fünf Prozent an und meldete einen kräftigen Rückgang der weltweiten Lagerbestände. Goldman Sachs warnt, bei einer weiteren Eskalation im Persischen Golf und am Roten Meer könne Brent über 120 US-Dollar steigen. Heute Abend folgen die offiziellen US-Bestandsdaten, deren Vorabschätzung vom American Petroleum Institute (API) gestern einen Aufbau bei den Destillaten zeigte, den ersten seit sieben Wochen, falls er sich bestätigt.

In Deutschland kostet der Liter Heizöl heute rund 1,54 Euro, das sind etwa 0,2 Cent je Liter weniger als gestern. Der Blick auf das deutsche Monatsmittel zeigt, wo sich dieser September im Jahr einordnet. Mit durchschnittlich knapp 1,50 Euro je Liter ist er im laufenden Jahr der teuerste Monat und überholt sogar deutlich den April (1,38 Euro), als der Kriegsschock die Preise auf ihren ersten Gipfel getrieben hatte. Die Erholung der Frühsommermonate ist damit vollständig aufgezehrt, im Juni lag das Monatsmittel noch bei rund 1,15 Euro. In Österreich nimmt das Preismittel des laufenden Monates mit durchschnittlich knapp 1,72 Euro den zweiten Platz nach April (1,77 Euro) ein. In der Schweiz liegt der Septemberdurchschnitt bei 1,52 Franken je Liter und rückt damit ebenfalls an die Spitze. Dort hatte der August (1,41 CHF) bereits als zweitteuerster Monat im Jahr 2026 vorgelegt. Wer nach den vergangenen turbulenten Monaten auf einen günstigeren Herbst gehofft hatte, findet stattdessen einen September vor, der in allen drei Ländern zu den beiden teuersten Monaten des Jahres zählt.

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