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Heizölpreise zum Wochenende uneinheitlich

Die Ölpreise ziehen am Freitagmorgen an. Berichte über militärische Optionen der USA gegen den Iran halten die Sorge vor einer Eskalation wach. Gasöl legt dabei weniger stark zu als Rohöl. Im Landesdurchschnitt ziehen die Heizölpreise in Deutschland heute leicht an, in Österreich bleiben sie nahezu unverändert, in der Schweiz geben sie leicht nach.

Am Donnerstag schloss Brent mit 114,88 US-Dollar je Barrel um 0,44 US-Dollar im Minus. Die US-Sorte WTI verlor 0,78 US-Dollar auf 102,00 US-Dollar. Deutlich stärker gab Gasöl nach, das mit 1.434,50 US-Dollar je Tonne 39,25 US-Dollar billiger aus dem Handel ging. Am frühen Freitagmorgen sprangen die Preise zunächst kräftig nach oben, gaben einen Teil davon aber rasch wieder ab. Inzwischen geht es erneut aufwärts. Brent kostet 117,05 US-Dollar und damit knapp 2,20 US-Dollar mehr als zum Handelsschluss, WTI steht bei 103,70 US-Dollar. Gasöl zieht auf 1.452,00 US-Dollar je Tonne an und holt mit 17,50 US-Dollar knapp die Hälfte des Vortagesverlusts auf. Der Euro steht bei 1,12 US-Dollar. Für Brent zeichnet sich zum Monatsende das vierte Plus in Folge ab, der Preis liegt rund zwölf Prozent über dem Stand von Ende September. Dahinter stehen vor allem die Angst vor Lieferausfällen und knappe Vorräte.

In der ersten Hälfte des Donnerstags geriet Gasöl durch Meldungen unter Druck, wonach die EU-Länder strategische Ölreserven freigeben wollen. Nach Angaben des französischen Wirtschaftsministers Lescure sollen in den kommenden drei Monaten mehr als 42 Millionen Barrel auf den Markt kommen, rund die Hälfte davon Diesel. Die Mengen stammen aus der Freigabe, die die Länder bereits gemeinsam beschlossen haben. Rohöl gab dagegen nur wenig nach. Gestützt wurde es von neuen Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus. Nach Angaben der britischen Seesicherheitsstelle UKMTO wurde ein Tanker auf dem Weg aus der Meerenge von einem unbekannten Geschoss getroffen. An einem zweiten Schiff brachten Angreifer von einem kleinen Boot aus Sprengsätze am Rumpf an. Wer hinter den Angriffen steckt, ist offen, die Verladungen über die Meerenge liefen zuletzt dennoch weiter. Mit Handelsstart in den USA rutschte WTI kurzzeitig unter 100 US-Dollar, Gasöl fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit Dienstag vergangener Woche. Am frühen Abend erholten sich die Preise wieder. Unterstützung kam vom Euro, der zulegte, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen unverändert gelassen hatte.

Am Markt kehrt derweil die Sorge vor einer weiteren Eskalation zurück. Berichten zufolge hat ein ranghoher US-Kommandeur US-Präsident Donald Trump über militärische Optionen gegen den Iran unterrichtet. Trump selbst hatte mehrfach angedeutet, die Luftangriffe nach den Kongresswahlen am 3. November wieder aufnehmen zu können. Aus Teheran kommt derweil eine klare Antwort auf den Brief von US-Vizepräsident JD Vance. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf und iranische Behörden betonten, das Land halte an seinen eigenen Bedingungen für ein Ende des Konflikts fest und mache keine Zugeständnisse. Auch einen neuen Verhandlungsvorschlag aus Katar wies laut der Nachrichtenagentur Reuters ein iranischer Vertreter zurück.

Angespannt bleibt auch die Lage in Saudi-Arabien. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz aus dem Jemen erklärte am Donnerstag, die Raffinerien Ras Tanura und Rabigh sowie die Anlage Abqaiq des staatlichen Ölkonzerns Aramco angegriffen zu haben. Eine saudische Bestätigung dafür gab es zunächst keine. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition meldete, eine Drohne auf dem Weg in die Region Mekka sowie einen Marschflugkörper mit Zielen im Westen des Landes abgefangen zu haben. Bei den russischen Raffinerien ist es dagegen ruhiger geworden. Laut einem Bericht der US-Zeitung Wall Street Journal hat die Ukraine ihre Drohnenangriffe darauf auf Druck der USA vorerst eingestellt. Trump hatte die Angriffe immer wieder für die hohen Kraftstoffpreise verantwortlich gemacht. Seit Anfang vergangener Woche seien keine neuen Angriffe mehr angeordnet worden, die Pause solle bis nach den Kongresswahlen dauern und womöglich noch länger. Offiziell bestätigt ist sie nicht. Russland griff die Ukraine in der Nacht erneut massiv an.

Der Liter Heizöl kostet im Bundesschnitt 1,73 Euro. Seit Mittwoch bewegt sich der Preis zwischen 1,72 und 1,73 Euro. Teurer wird es heute in allen Bundesländern, am deutlichsten in Baden-Württemberg mit gut 1,50 Cent, gefolgt von Bremen und dem Saarland. In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern bleibt das Plus dagegen kaum messbar. Am günstigsten ist Heizöl in Berlin mit 1,68 Euro, am meisten zahlen Kunden in Hessen mit 1,78 Euro. Für die Belieferung über den Rhein wird es enger. Der Pegel Kaub ist binnen eines Tages um 13 auf 45 Zentimeter gefallen, und die amtliche Vorhersage rechnet bis Montagmorgen mit einem weiteren Rückgang auf 28 Zentimeter. Je weniger Wasser unter dem Kiel, desto weniger Ladung passt auf die Schiffe, was Transporte in den Westen und Süden teurer und knapper machen könnte.

In Österreich kostet der Liter 1,85 Euro, knapp einen Drittel Cent weniger als am Vortag. Am deutlichsten gibt der Preis in der Steiermark nach, wo der Liter gut einen Cent günstiger wird. Nur in Salzburg zieht er minimal an, in Oberösterreich und Vorarlberg bleibt er unverändert. Am wenigsten zahlen Kunden weiterhin in Kärnten mit 1,79 Euro.

In der Schweiz sinkt der Liter leicht auf 1,74 Franken, gut einen halben Rappen unter dem Vortag. Bewegung gibt es vor allem im Westen des Landes. In Freiburg und der Waadt wird Heizöl um gut drei Rappen günstiger, in Bern um gut zwei Rappen, in 13 der 22 Kantone bleibt der Preis unverändert. Die Waadt ist mit 1,70 Franken damit der günstigste Kanton, Graubünden mit 1,87 Franken der teuerste.

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