Der letzte Handelstag des ersten Halbjahres begann noch mit etwas richtungslosen Ölpreisen. Alle Blicke richten sich auf Katar, wo heute möglicherweise Krisengespräche zwischen den USA und dem Iran stattfinden sollen. Ob Vertreter aus dem Iran da sein werden, ist allerdings fraglich. Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz ziehen am Vormittag erstmal um durchschnittlich 0,5 Cent bzw. Rappen je Liter an.
Am Montag bewegten sich die Ölpreise in einer engen Spanne, konnten den Handelstag aber mit leichten Gewinnen beenden. Etwas Auftrieb kam von der Angebotsseite. In Norwegen spitzte sich der seit Mitte Juni laufende Tarifkonflikt in der Offshore-Branche weiter zu. Der Arbeitgeberverband Offshore Norway hat am vergangenen Samstag rund 1.000 Mitglieder der Gewerkschaft Safe von den Plattformen ausgeschlossen. Eine Gegenmaßnahme zum Streik, den die Gewerkschaft Mitte Juni wegen gescheiterter Lohnverhandlungen begonnen hatte. Mehrere Bohrinseln und Versorgungsschiffe stehen seitdem still. Die Branche rechnet mit einem Produktionsausfall von bis zu 12.000 Barrel pro Tag. Gestreikt wird seit gestern auch an der ExxonMobil-Raffinerie im belgischen Antwerpen, was die Produktpreise stützte.
Dass US-Präsident Trump spätabends noch ein angebliches Gesprächsangebot aus Teheran verkündete, verpuffte weitgehend. Denn bestätigt hatte das der Iran nicht. Vizeaußenminister Gharibabadi erklärte vielmehr, sein Land plane lediglich Gespräche mit dem Oman über die künftige Kontrolle des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. Washington hat dennoch ein hochrangiges Verhandlungsteam um den Sondergesandten Steve Witkoff nach Doha entsandt, das dort am heutigen Dienstag Gespräche führen soll. Ob es Gespräche geben wird, ist allerdings fraglich.
Am Vormittag ziehen die Ölpreise leicht an und notieren aktuell bei rund 73 US-Dollar pro Barrel (Brent) und knapp 71 US-Dollar (WTI). Gasöl kann im Vergleich zu gestern ebenfalls etwas zulegen, was sich auch auf die Heizölpreise auswirkt.
Die starten am Dienstag etwas fester, bleiben aber in der Nähe der Vortagesmarke. In Deutschland liegt der Durchschnittspreis für Heizöl aktuell bei knapp 1,13 Euro pro Liter. Träumte man Mitte Juni noch von der Ein-Euro Marke an, die gar nicht mehr so weit weg schien, ist nun wieder Geduld gefragt. Aus der zähen Seitwärtsbewegung heraus, schnuppern die Heizölpreise immer mal wieder gerne Höhenluft, bleiben insgesamt aber stabil. Verbraucher mit Kaufwunsch sollten sich einen Zielpreis setzen, zu dem gekauft werden soll. Bis zur nächsten Heizsaison ist zwar noch Zeit, dennoch sollte berücksichtigt werden, dass ein höheres Bestellaufkommen ab dem Spätsommer auch zu längeren Lieferfristen führen kann.