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Heizölpreise springen auf 4-Monatshoch

Die Ölpreise sind kräftig gestiegen und haben eine wichtige Schwelle hinter sich gelassen. Nach dem ergebnislosen Fristablauf verschärfen Washington und Teheran ihre Drohungen, während durch die Straße von Hormus kaum noch Schiffe fahren. Zusätzlichen Schub gab ein Brand in einem großen amerikanischen Tanklager. Die Heizölpreise im Inland ziehen am Morgen kräftig an. Durchschnittlich drei Cent bzw. Rappen je Liter geht es aufwärts.

An den Börsen setzt sich der Anstieg vom Montag fort. Brent, das Nordseeöl, notiert bei 91,50 US-Dollar je Barrel und liegt damit erstmals seit Anfang Juli wieder über der Marke von 90 US-Dollar. Die US-Sorte WTI klettert auf 85,35 US-Dollar. Der Gasölkontrakt an der Londoner Warenterminbörse ICE, an dem der Heizölpreis hängt, steigt auf 1.306,25 US-Dollar je Tonne und hat damit binnen zwei Tagen rund 60 US-Dollar zugelegt. Der Euro gibt leicht auf 1,16 US-Dollar nach.

Nach dem Ende der 60-Tage-Frist hat sich der Ton weiter verschärft. US-Präsident Donald Trump erklärte, er strebe keine Verlängerung an und erwarte nicht, dass der Iran einem für Washington akzeptablen Abkommen zustimme. Dem Oman drohte er in einem Interview mit einem Militärschlag, sollte das Sultanat die amerikanische Seeblockade behindern. Aus Teheran kam die Ankündigung, zu einer vollständig offensiven Militärhaltung übergehen zu wollen, wenn die USA das vorläufige Abkommen nicht innerhalb weniger Wochen umsetzen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drang in einem Telefonat mit Trump auf direkte Gespräche.

Auf dem Wasser sind die Folgen unmittelbar sichtbar. Die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO meldete ein Schiff, das in der Meerenge von einem Geschoss unbekannter Herkunft getroffen wurde, mit Schäden im Maschinenraum und einem Todesopfer unter der Besatzung. Täglich passieren die Straße von Hormus derzeit weniger als zehn Schiffe, vor dem Krieg waren es mehr als 130. Im Roten Meer griff die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz nach eigenen Angaben ein saudisches Militärschiff samt vier Begleitschiffen an, eine Bestätigung aus Riad liegt nicht vor.

Beim Gasöl kam ein zweiter Treiber hinzu. Ein Blitzeinschlag setzte am Montag drei Lagertanks im Kraftstoffdepot Glenpool im US-Bundesstaat Oklahoma in Brand. Die Anlage kann nach Daten des US-Energieministeriums rund 3,4 Millionen Barrel lagern und ist ein Knotenpunkt im Pipelinesystem, über das Kraftstoffe von den Raffinerien an der Golfküste ins Landesinnere und weiter bis Chicago fließen. Nach Angaben des Betreibers Explorer Pipeline sind An- und Ablieferungen am Lager unterbrochen, der Betrieb außerhalb des Depots läuft weiter. Weil eine regionale Verknappung am amerikanischen Kraftstoffmarkt drohte, zogen vor allem die Produktkontrakte an.

Indes erklärte der iranische Außenministeriumssprecher, die Vereinbarung mit dem Oman über eine Transitroute durch die Meerenge stehe kurz vor dem Abschluss. Eine gemeinsame Erklärung werde vorbereitet. Zudem läuft am Schwarzmeerterminal des Caspian Pipeline Consortium, über das vor allem kasachisches Rohöl verschifft wird, der Exportbetrieb wieder. Beide Meldungen reichten aber nicht aus, um den Anstieg an den Börsen zu stoppen.

Im Inland schlägt die Rally voll durch. Der bundesweite Schnitt liegt bei 1,36 Euro je Liter, rund drei Cent über dem Vortag, und alle sechzehn Bundesländer melden Aufschläge. Im Norden bleibt es weiterhin teurer als im Süden. In Bremen kostet der Liter 1,52 Euro, in Schleswig-Holstein 1,49 Euro und in Hamburg 1,47 Euro. Am anderen Ende steht Baden-Württemberg mit 1,29 Euro, gefolgt vom Saarland mit 1,30 Euro. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland liegen damit gut 23 Cent je Liter. Die norddeutschen Länder verzeichnen heute auch die kräftigsten Tagesaufschläge mit bis zu fünf Cent je Liter.

In Österreich kostet der Liter 1,61 Euro und bewegt sich kaum vom Vortag weg. In der Schweiz können die Heizölpreise am Morgen durchschnittlich einen Rappen zulegen. Dort klettert der Preis auf rund 1,46 Franken je Liter und erreicht damit das Niveau von Ende Juli.

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