Nach dem Preisanstieg zum Wochenstart hat sich der Ölmarkt am Dienstagmorgen erst einmal sortiert. Die Notierungen stehen auf der Bremse und bewegen sich am Vormittag kaum. Bei den Produkten ging es dagegen schon gestern spürbar nach unten. Und das kommt heute auch bei den Heizölpreisen an. Im Schnitt geben diese um rund zwei Cent bzw. Rappen je Liter nach.
Am Montag hatten die Preise zunächst noch deutlich angezogen. Hintergrund war die weiterhin angespannte Versorgungslage im Persischen Golf. Im Laufe des Tages kippte die Bewegung jedoch wieder. Ein Teil der Gewinne wurde abgegeben, zum Schluss lagen die Notierungen wieder nahe ihrer Ausgangsniveaus. Der Markt reagierte damit auf neue Erwartungen rund um mögliche Gespräche zwischen den USA und dem Iran.
Im Fokus stehen Verhandlungen, die für diese Woche in Pakistan angesetzt sind. Die US-Delegation ist bereits unterwegs, während aus Teheran weiterhin die klare Zusage fehlt. Die Lage ist festgefahren, beide Seiten bleiben bei ihren Positionen. Der Iran knüpft Gespräche an ein Ende der US-Seeblockade, Washington will genau diesen Schritt erst im Rahmen eines Abkommens gehen.
Damit rückt eine klare Frist in den Mittelpunkt. Bis Mittwochabend muss Bewegung in die Gespräche kommen, sonst droht der Konflikt wieder offen aufzuflammen. US-Präsident Donald Trump stellte für diesen Fall erneut harte militärische Maßnahmen in Aussicht. Der Markt hat diese Unsicherheit zuletzt direkt verarbeitet. Die Ölpreise schwankten spürbar, weil sich die Einschätzungen zu Verhandlungen und Lage im Persischen Golf mehrfach innerhalb kurzer Zeit verschoben haben.
Am Dienstag fehlen zunächst neue Impulse. Die Preise laufen seitwärts und warten auf konkrete Signale aus der Politik. Entsprechend richtet sich der Blick jetzt vor allem auf mögliche Fortschritte bei den Gesprächen – und darauf, wie sich die Lage im Persischen Golf weiter entwickelt.
Im Inland hat sich die Lage zuletzt spürbar entspannt. Nach der Preisspitze Anfang April bei bundesweit durchschnittlich 1,57 Euro je Liter hat der Heizölpreis inzwischen deutlich Luft abgelassen und liegt aktuell bei etwa 1,26 Euro. Unterm Strich ein Rückgang von knapp 20 Prozent, das ist am Markt angekommen.
Auch heute Mittag geht es noch leicht nach unten, wenn auch in kleineren Schritten. Trotz der Rückwärtsrolle des Irans bei der Öffnung der Straße von Hormus zeigen sich die Heizölpreise insgesamt weniger anfällig für die Vorgaben an den Börsen. Auch die bundesweite Preisschere hat sich zunehmend geschlossen. Zwar sind die Regionen oberhalb der gedanklichen Mittellinie Deutschlands weiterhin teurer, das Gap fällt inzwischen aber deutlich kleiner aus.
In Österreich zeigt sich ein ähnliches Bild, allerdings mit etwas weniger Bewegung nach unten. Die Preise liegen aktuell bei rund 1,68 Euro je Liter und damit zwischen einem und zwei Cent weniger als gestern. In der Schweiz bewegt sich der Heizölpreis derzeit um 1,24 Franken je Liter, zwei Rappen unter dem Vortagesniveau. Insgesamt bleibt der Markt auf erhöhtem Niveau, der Preisberg im April ist aber weitgehend abgearbeitet.