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Sanktionssorgen und Iran-Lage treiben Ölpreise

Zum Wochenausklang haben die Ölpreise deutlich zugelegt. Ausschlaggebend waren neue Spekulationen über zusätzliche Sanktionen gegen Russland, erneute Zwischenfälle im Schwarzen Meer sowie eine Zuspitzung der Lage im Iran. Die damit verbundene Sorge vor möglichen Störungen bei Exporten und Transportwegen ließ die Risikoprämie am Ölmarkt spürbar steigen. Das wirkt sich auch auf die Heizölpreise im Inland aus. Diese ziehen am Vormittag um durchschnittlich einen Cent bzw. Rappen je Liter an.

Am Ölmarkt begann der Donnerstag zunächst unter Druck. Die Aussicht auf zusätzliche Ölmengen aus Venezuela und die weiterhin erwartete Überversorgung im laufenden Jahr hielten die Stimmung gedämpft. Entsprechend tasteten sich Brent und WTI am Vormittag eher nach unten vor. Im weiteren Verlauf drehte das Bild jedoch. Meldungen über mögliche neue Russland-Sanktionen, erneute Zwischenfälle im Schwarzen Meer sowie eine Zuspitzung der Lage im Iran sorgten für neue Unsicherheit. Damit stieg die Risikoprämie am Markt spürbar an.

Im Fokus stand vor allem der Iran, wo landesweite Proteste gegen das Mullah-Regime in einen weitgehenden Internet-Blackout mündeten. Die Sorge, dass sich daraus erneut Störungen bei Exporten oder Transportwegen ergeben könnten, reichte aus, um Käufer zurück in den Markt zu holen. Brent markierte im Tagesverlauf ein neues Mehrwochenhoch, Gasoil zog ebenfalls an. Trotz später Gewinnmitnahmen blieb zum Handelsschluss ein klares Tagesplus stehen. Am Morgen beruhigen sich die Notierungen und kommen ein Stück weit zurück. Die Nordseesorte Brent notiert aktuell bei 62,52 US-Dollar, ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI kostet 58,25 US-Dollar.

Die übergeordnete Marktlage bleibt damit zwiespältig. Kurzfristig stützen geopolitische Risiken die Preise. Gleichzeitig ist das strukturelle Überangebot nicht verschwunden. Vor allem die Diskussion um eine stärkere Einbindung Venezuelas in den globalen Ölmarkt nährt die Erwartung zusätzlicher Mengen in den kommenden Monaten. Diese Perspektive begrenzt das Aufwärtspotenzial und dürfte immer wieder zu Rücksetzern führen, sobald die politische Nachrichtenlage ruhiger wird.

Für den Heizölmarkt kam die gestrige Rallye zur Unzeit. Gasoil ist der maßgebliche Taktgeber für die Inlandspreise und hat am Donnerstag deutlich angezogen. Entsprechend zeigen die Preisindikationen für heute klar nach oben. In Deutschland haben die Heizölpreise den Abwärtstrend der vergangenen Tage unterbrochen. Nach den kräftigen Abschlägen zum Wochenbeginn müssen Verbraucher heute wieder mit spürbaren Aufschlägen rechnen, vorerst. Das bundesweite Durchschnittsniveau liegt aktuell bei 90 Cent je Liter.

In Österreich zeigen sich die Heizölpreise unbeeindruckt von dem jüngsten Börsenauftrieb. Heizöl kostet im Vergleich zu gestern 1,05 Euro je Liter mit Tendenz nach unten. Damit bleibt die Lage für Verbraucher komfortabel und ein hektisches Bestellen ist nicht nötig. In der Schweiz ziehen die Preise um durchschnittlich einen Rappen je Liter an und verharren derzeit bei einem kantonweiten Mittel von gut 91 Rappen je Liter. Der Markt folgt der Entwicklung an den internationalen Börsen, bleibt aber im Vergleich zum Jahresende weiterhin verbrauchernah.

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