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US-Strafmaßnahmen verpuffen am Ölmarkt

Die Ölpreise fallen weiter, nachdem das angekündigte Sanktionspaket der USA gegen den Iran mit einem Achselzucken quittiert wurde. Washington nahm Dutzende Firmen, Personen und Schiffe ins Visier, verzichtete aber darauf, konkrete Länder zu benennen oder Strafen zu verhängen. Die weichen Börsenvorgaben kommen auch im Inland an und nehmen die Heizölpreise an die Hand. Durchschnittlich 0,6 Cent bzw. Rappen je Liter wird es günstiger am Vormittag.

An den Börsen setzt sich der Rückgang vom Montag fort. Brent, das Nordseeöl, verliert deutlich auf 90,12 US-Dollar je Barrel. Die US-Sorte WTI fällt noch kräftiger auf 82,97 US-Dollar. Die Gasölpreise geben nach ihrem Einbruch zum Wochenstart weiter leicht auf 1.237,50 US-Dollar je Tonne nach. Der Euro tendiert seitwärts bei 1,17 US-Dollar.

Was Washington gestern beschlossen hat, trägt den Namen Operation Economic Outcast. Das US-Finanzministerium setzte knapp 60 Firmen, Personen und Schiffe auf die Sanktionsliste, darunter Netzwerke aus Nukleartechnik, Raketenbau und Ölhandel. Für fünf Bereiche wie Gold, Luftfahrt und Schifffahrt stellte US-Finanzminister Bessent zudem Sekundärsanktionen in Aussicht. Damit können auch Unternehmen aus Drittstaaten getroffen werden, die weiter mit dem Iran Geschäfte machen. Ihnen droht der Ausschluss aus dem US-Finanzsystem. Welche Länder betroffen sind und bis wann sie ihre Geschäfte beenden müssen, ließ er allerdings offen. Dadurch gab es für Marktteilnehmer erstmal keinen Grund weitere Risikoprämien einzupreisen.

Die Lage auf der Straße von Hormus bleibt weiterhin angespannt. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge fiel auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Monaten, und die Reedereien stecken in der Zwickmühle. Der Iran verlangt eine feste Route entlang seiner Küste und droht bei Verstößen mit Beschlagnahmung, während Washington davor warnt, überhaupt auf Anfragen iranischer Stellen zu reagieren.

Für die Verbraucher bleibt die Frage, warum Heizöl trotz sinkender Rohölpreise vergleichsweise teuer bleibt. Antwort darauf gab der Chef des Ölkonzerns TotalEnergies, Patrick Pouyanne, bei einer Energiekonferenz in Norwegen. Beim Rohöl rechnet sich die Fahrt durch die Meerenge weiterhin, weil die Produzenten so kräftige Rabatte gewähren, dass die höheren Frachtkosten mehr als aufgefangen werden. Anders sieht es bei Diesel, Benzin und Heizöl aus. Die Schiffe für diese Ladungen fassen deutlich weniger, wodurch sich der Transport um 50 US-Dollar je Barrel verteuert. Zu diesem Preis lohnt sich die Passage für niemanden, und so kommt derzeit kein einziger Produktentanker aus der Straße von Hormus heraus.

Einen winzigen Trost bietet die Bewegung bei den Heizölpreisen dennoch. Zumindest geht es heute ein kleines Stück nach unten. Rund 0,6 Cent je Liter sind es aktuell im Vergleich zu gestern. Der bundesweite deutsche Schnitt liegt bei 1,32 Euro je Liter, nachdem die Gasölpreise am Montag regelrecht eingebrochen sind. Die Nachfrage ist mit dem Spätsommer wieder angezogen. In vielen Bundesländern sind die Sommerferien zu Ende und das Thema Heizen rückt wieder näher in den Fokus. In Österreich sinkt der Liter leicht auf 1,62 Euro. Deutlicher fällt der Rückgang in der Schweiz aus, dort kostet der Liter knapp 1,39 Franken.

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