Marktdetails

Turbulente Woche für Öl- und Heizölpreise

Die Ölpreise haben am Donnerstag einen guten Teil ihres Mittwochsrutsches wieder aufgeholt, verlieren heute Vormittag aber erneut und gehen mit dem größten Wochenminus seit dem Frühjahr 2020 ins Wochenende. Nach dem Wahlsieg der Demokraten setzt der Markt auf ein Ende des Iran-Kriegs, während neue Minentreffer auf Tanker und eine baldige Entscheidung von US-Präsident Trump über weitere Angriffe dagegenhalten. Die Heizölpreise im Inland rücken nach dem gestrigen Monatstief erstmal wieder zurück in ihre gewohnte Komfortzone. Der Liter Heizöl kostet in Deutschland am Vormittag rund drei Cent mehr als gestern. In Österreich und der Schweiz verteidigen die Heizölpreise ihr Vortagesniveau.

Die Nordseesorte Brent kostet am Vormittag 97,51 US-Dollar je Barrel, die amerikanische Sorte WTI 89,62 US-Dollar. Im Donnerstagshandel hatte Brent fast vier Prozent gewonnen und war wieder bis kurz unter 100 US-Dollar geklettert, heute früh prallte der Preis dort erneut ab. WTI schloss gestern wieder über 90 US-Dollar. Über die Woche gerechnet fehlt beiden Sorten mehr als ein Zehntel, ein solches Minus gab es zuletzt im April 2020. Die Gasölpreise beendete den Donnerstag kaum verändert, kamen im frühen Handel aber gestärkt hervor.

Gestern kam der Markt dann wieder zu sich. Die Midterms hatten kurz verdeckt, dass im Nahen Osten und am Produktmarkt noch immer dieselben Probleme liegen. China liefert im November weniger Diesel ins Ausland, weil die eigenen Lager leer sind. In der Straße von Hormus meldeten die iranischen Revolutionsgarden drei weitere Tanker, zwei mit Minentreffern, einen mit Feuer an Bord, und heute früh zwei zusätzliche Schiffe, die auf Minen gelaufen sein sollen. Die britische Meldestelle für Schifffahrtssicherheit UKMTO führt bereits 35 Schiffe für den Oktober in ihrer Liste, der Höchststand seit Kriegsbeginn. Das bot den Ölbullen genug Futter, um gestärkt wieder das Ruder zu übernehmen.

Trump selbst lässt sich nicht in die Karten schauen. Nach einem Treffen mit seinen Sicherheitsberatern kündigte er am Donnerstag im Oval Office eine baldige Entscheidung über neue Militärschläge an. Laut dem US-Nachrichtenportal Axios liegen drei Wege auf dem Tisch, neue Angriffe, weiterer Wirtschaftsdruck oder ein Abkommen, für das Washington dem Iran deutlich entgegenkommen müsste. Parallel vermittelt Katar weiter. Teheran hat über Doha einen Vorschlag zum Atomstreit nach Washington geschickt, verlangt vor Gesprächen aber die Erfüllung von sieben Bedingungen, darunter ein Ende der Sanktionen.

Nach dem Preisrutsch von gestern legen die Heizölpreise am Mittag erst einmal wieder zu. Der deutsche Bundesschnitt liegt aktuell bei 1,71 Euro je Liter, gut drei Cent über dem von Donnerstagvormittag. Der Blick auf den Chart zeigt eine turbulente Woche, die zumindest denen eine gute Gelegenheit bot, die ohnehin nachtanken mussten. Und viele Verbraucher haben sie genutzt. Während der Heizölpreis auf sein Monatstief fiel, kletterte die Nachfrage auf ein Monatshoch.

In Österreich kostet der Liter heute 1,81 Euro und bleibt damit nahe seines Vortagesstands. Seit Montag, als er noch bei etwa 1,85 Euro stand, hat er rund vier Cent verloren. In der Schweiz verteuert sich der Liter um gut einen Rappen auf 1,69 Franken. Auf Wochensicht kann er jedoch rund zwei Rappen abgeben und verabschiedet sich unterm Strich leichter ins Wochenende.

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