Marktdetails

Heizölpreise treten auf der Stelle

Die Ölpreise setzen am Donnerstag ihren Abwärtstrend fort und nähern sich wieder dem Niveau von vor Ausbruch des Iran-Kriegs. Mit der zunehmenden Entspannung rund um die Straße von Hormus verschwindet nach und nach die Risikoprämie aus dem Markt. Die Heizölpreise zeigen sich am Donnerstagvormittag weitgehend stabil mit kleineren Auf- oder Abschlägen.

Die Ölpreise können im frühen Donnerstagshandel an ihre Vortagesverluste anknüpfen und geben weiter nach. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet aktuell gut 72 US-Dollar je Barrel und liegt damit nur noch knapp über dem Niveau vom letzten Handelstag vor Beginn des Iran-Kriegs.

Für die Entspannung sorgt vor allem der Blick in den Persischen Golf. US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch, der Iran habe zugesichert, während der laufenden Verhandlungen keine Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu verlangen. Die Vereinbarung gilt zunächst für die 60-tägige Verhandlungsphase zwischen Washington und Teheran. Gleichzeitig nimmt der Schiffsverkehr durch die Meerenge weiter zu. Immer mehr Tanker verlassen den Persischen Golf wieder auf ihren ursprünglich geplanten Routen. Das nimmt dem Markt einen Teil der Sorge, dass größere Mengen Öl dauerhaft ausfallen könnten.

Laut der Times of Israel macht sich in Israel jedoch die Frustration über den schleppenden Verlauf der Gespräche breit. In Jerusalem wächst die Sorge, dass Washington auf ein Abkommen drängt, das aus israelischer Sicht zentrale Sicherheitsinteressen nicht ausreichend berücksichtigt. Gleichzeitig stehen bei den Verhandlungen mit dem Iran weiterhin entscheidende Fragen im Raum, darunter das Atomprogramm und mögliche Kontrollen durch die Internationale Atomenergiebehörde. Entsprechend bleibt das Risiko bestehen, dass politische Rückschläge jederzeit wieder für Bewegung an den Ölbörsen sorgen.

Gestern wurden zudem die offiziellen US-Lagerbestandsdaten des Department of Energy (DOE) für die letzte Berichtswoche veröffentlicht. Das DOE meldete einen deutlich stärkeren Rückgang der Rohölbestände als erwartet. Mit einem Minus von 6,1 Millionen Barrel sind die Lagerbestände bereits die neunte Woche in Folge gesunken und auf den niedrigsten Stand seit rund eineinhalb Jahren gefallen.

Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Lagerstandort Cushing im Bundesstaat Oklahoma. Dort liegen die Vorräte inzwischen unter der Marke von 20 Millionen Barrel und damit unter einem Niveau, das in der Branche als notwendig für einen reibungslosen Lagerbetrieb gilt. Gleichzeitig stiegen die Bestände bei Benzin und Destillaten überraschend deutlich an. Zusammen mit einer leicht rückläufigen Nachfrage deutet das darauf hin, dass sich die Versorgung bei den Mineralölprodukten zuletzt etwas entspannt hat.

Die Reaktion an den Ölbörsen fiel eher verhalten aus. Zwar sorgten die deutlich gesunkenen Rohölbestände unmittelbar nach Veröffentlichung der Daten kurzzeitig für Unterstützung. Ausschlaggebend blieb am Ende jedoch die Aussicht auf eine weitere Entspannung im Persischen Golf, sodass die bullischen Bestandsdaten den Abwärtstrend nicht drehen konnten.

Die Heizölpreise starten mit leichten Abschlägen von durchschnittlich 0,4 Cent je Liter erstmal verhalten in den Donnerstag. Bundesweit liegt der Durchschnitt in Deutschland aktuell bei knapp 1,11 Euro je Liter und bewegt sich kaum im Vergleich zum Wochendurchschnittsniveau. In Österreich kann der Durchschnittspreis knapp unter 1,29 Euro pro Liter fallen.

In der Schweiz schleppt sich Heizöl mit etwa 0,5 Rappen leicht nach oben und markiert am Vormittag ein schweizweites Preismittel von knapp 1,11 Franken je Liter. Insgesamt zeigen sich die Preiskurven im DACH-Raum wenig dynamisch und bleiben vorerst bei den erreichten Marken

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