Marktdetails

Ölpreise verschnaufen: Einigkeit noch weit entfernt

Die Ölpreise kommen am Freitagmorgen nicht richtig vom Fleck und halten sich nach dem Rücksetzer vom Vortag knapp über ihren Tiefs. Wieder geht eine Woche ohne wirkliche Fortschritte im Iran-Krieg zu Ende, die Notierungen bleiben hin- und hergerissen. Brent liegt im Bereich um 95 US-Dollar. Auch im Inland starten die Heizölpreise schwunglos und verlieren durchschnittlich einen Cent bzw. Rappen je Liter.

Am Markt wurde zunächst auf eine mögliche Entspannung im Libanon gesetzt, nachdem es in Washington eine Verständigung zwischen Israel und dem Libanon gegeben hatte. Die Hisbollah sollte ihre Angriffe vollständig einstellen und sich aus dem Gebiet südlich des Litani zurückziehen, israelische Kräfte im Gegenzug ebenfalls. Doch die Hoffnung hielt nur kurz. Die pro-iranische Miliz lehnte die Bedingungen ab und sprach von einem einseitigen Vorgehen, das sie militärisch benachteilige. Damit ist auch dieser Ansatz vorerst vom Tisch, und mit ihm die Aussicht auf eine ruhigere diplomatische Lage zwischen Washington und Teheran, die ohnehin seit Wochen festhängt.

Dazu kamen im Laufe des Tages weitere Meldungen, die aufhorchen ließen. Am omanischen Hafen Mina al Fahal explodierte etwas im Bereich der Verladeeinrichtungen, der Betrieb stand kurz still. Erste Hinweise deuten auf einen Drohnenangriff hin, doch das ist bisher unbestätigt. Inzwischen konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden. Im Golf von Oman meldeten iranische Stellen zudem einen Angriff auf ein US-Schiff, was das amerikanische Militär umgehend zurückwies. Damit bleibt die Lage ein Wirrwarr aus Widersprüchen, Vorwürfen und Uneinigkeit, was die eingepreiste Risikoprämie am Leben erhält.

Genauso festgefahren bleibt die Situation zwischen der Ukraine und Russland. Selenskyj forderte Putin in einem offenen Brief zu einem persönlichen Treffen auf, die Ukraine sei zu einem sofortigen Waffenstillstand bereit. Putin zeigte sich gesprächsbereit, allerdings auf Basis des Anchorage-Deals mit Trump, der die Abtretung des gesamten Donbass vorsieht. Kiew lehnt das ab. Beide Seiten reden vom Frieden, beide beharren auf Positionen, die die andere nicht akzeptieren kann. Dem Ölmarkt zeigen sich aktuell sehr viele Knoten, die sich nicht lösen lassen.

Und so endet die Woche wie sie begann: mit einem Markt, der zwischen kurzen Hoffnungsschimmern und raschen Gegenbewegungen hin- und herpendelt, ohne dass sich daran grundlegend etwas geändert hätte.

Im Inland können die Heizölpreise am Freitagvormittag etwas abgeben und die Aufwärtsbewegung der Woche leicht abfedern. Unterm Strich bleibt Heizöl in Deutschland aber etwas höher als noch zu Wochenbeginn. Rund drei Cent je Liter mehr bleiben hängen, die eine 3.000 Liter Order 90 Euro teurer machen.

Österreich startete mit durchschnittlich 1,45 Euro je Liter in die Woche. Die Veränderung fällt hier etwas kleiner aus, im Schnitt liegt das Minus zum Wochenende bei rund einem Cent. In der Schweiz zeigt sich die deutlichste Bewegung. Mit aktuell etwa 1,18 Franken je Liter liegen die Preise etwa vier Rappen unter dem Niveau vom Wochenstart.

Entsprechend zurückhaltend bleibt auch die Nachfrage. Es überwiegt das Warten-Lager, das schaut, ob sich aus der aktuellen Lage noch mehr Spielraum nach unten ergibt.

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