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Heizölpreise bleiben auf ruhigem Kurs

Die Ölpreise starten fester in den Dienstag, nachdem sich die politische Lage rund um den Iran über das Wochenende weiter verhärtet hat. Die Heizölpreise reagieren darauf bislang verhalten und zeigen sich stabil.

Auslöser sind vor allem die jüngsten Signale aus Washington. US-Präsident Donald Trump rückt von einer diplomatischen Lösung wieder ein Stück ab und stellt die Waffenruhe offen in Frage. Auch den iranischen Vorschlag weist er erneut scharf zurück. Der Ton verschärft sich spürbar und mit ihm schwindet die Hoffnung auf eine schnelle Einigung.

Gleichzeitig hält Teheran an zentralen Forderungen wie der Kontrolle über die Straße von Hormus, einem Ende der Sanktionen und finanziellen Ausgleichszahlungen fest. Eine gemeinsame Grundlage für neue Verhandlungen ist damit aktuell nicht erkennbar. Marktteilnehmer haben sich bereits auf einen langen und zähen Konflikt eingestellt und entsprechend eingepreist. Und während die Politik im Kreis läuft, rückt die Versorgungslage stärker in den Vordergrund. Stimmen aus der Branche zeichnen ein zunehmend angespanntes Bild. Die Einschränkungen rund um die Straße von Hormus greifen tiefer, als es zunächst den Anschein hatte. Der Ölfluss stockt, Umwege werden zur Regel, und auch wenn sich einiges eingespielt hat, bleibt der Markt empfindlich.

Auch wenn die USA und der Iran ein Friedenspapier unterzeichnen würden, so ist doch erstmal viel Aufbauarbeit nötig, um Energieanlagen am Persischen Golf auf ihr ursprüngliches Förderungs-Level zu bringen. Viele Raffinerien, Exportterminals und Pipelines gelten als beschädigt, während Experten davon ausgehen, dass sich Teile der Infrastruktur erst über Monate oder sogar Jahre vollständig erholen werden.

Die Heizölpreise zeigen sich bislang erstaunlich gelassen. Nach den Preissprüngen der vergangenen Wochen pendelt sich der Markt auf dem aktuellen Niveau ein.

In Deutschland liegt der Durchschnittspreis aktuell bei rund 1,26 Euro je Liter und bewegt sich damit in einer vergleichsweise ruhigen Spanne. Auch in Österreich und der Schweiz ist die Entwicklung ähnlich. Kleinere Bewegungen, aber keine klaren Ausbrüche nach oben oder unten. Das Tempo und die Reaktionsstärke auf die aktuelle Nachrichtenlage hat bei den Heizölpreisen deutlich nachgelassen.

Für Verbraucher ist das eine Phase zum Durchatmen, da der Heizölkauf berechenbarer und weniger adrenalinhaltig geworden ist. Im Monatsdurchschnitt haben sich die Preisniveaus im DACH-Raum im Vergleich zu März und April deutlich abgekühlt. Im deutschen Mai-Mittel kostet der flüssige Brennstoff 1,29 Euro je Liter und damit rund zehn Cent weniger als noch im Vormonat. Genau wie in der Schweiz, wo sich der Monatsdurchschnitt auf 1,30 Franken eingefunden hat. In Österreich kann Heizöl sogar 16 Cent pro Liter abbauen und kostet durchschnittlich knapp 1,62 Euro.

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