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Ölpreise steigen vor Ablauf der Frist

Die Ölpreise haben den Rücksetzer vom Donnerstag abgeschüttelt und ziehen zum Wochenschluss wieder an. Zwei Tanker eines emiratischen Ölkonzerns wurden in der Straße von Hormus angegriffen, und am Samstag läuft die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran aus. In Deutschland und der Schweiz starten die Heizölpreise heute erstmal mit kleineren Abschlägen, in Österreich bleiben sie nahezu unverändert.

An den Börsen zeigen sich die Notierungen zum Wochenschluss fester. Brent, das Nordseeöl, notiert bei 88,49 US-Dollar je Barrel. Die US-Sorte WTI klettert auf 82,83 US-Dollar. Der Gasölkontrakt an der Londoner Warenterminbörse ICE, an dem der Heizölpreis hängt, erholt sich auf 1.252,25 US-Dollar je Tonne, nachdem er am Donnerstagmorgen noch deutlich tiefer gestanden hatte. Gestützt hatte ein ukrainischer Drohnenangriff vom Donnerstag auf einen der größten russischen Raffineriekomplexe.

In der Straße von Hormus wurden am Donnerstag zwei Tanker des staatlichen emiratischen Konzerns Abu Dhabi National Oil Corporation angegriffen. Verletzt wurde niemand und die Lage gilt nach Unternehmensangaben als unter Kontrolle. Das Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate macht den Iran verantwortlich und wertet den Angriff als eklatanten Verstoß gegen eine Resolution des UN-Sicherheitsrats, die die Freiheit der Schifffahrt bekräftigt. Teheran hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert.

Der Zeitdruck steigt, denn am Samstag endet die 60-tägige Waffenruhe. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, die Seeblockade gegen den Iran lasse sich unbefristet aufrechterhalten, weil die Marine ihre Schiffe rotieren könne. Finanzminister Scott Bessent kündigte für die kommende Woche Maßnahmen an, wie es sie zur wirtschaftlichen Isolierung eines Landes noch nicht gegeben habe. Ein hochrangiger Berater der iranischen Führung warnte im Gegenzug, das Land könne zu einer offensiven Haltung übergehen, sollten seine Bedingungen unerfüllt bleiben.

Damit bleibt das Öl knapp. Die US-Rohölvorräte legten in der vergangenen Woche zwar massiv zu, das lag aber vor allem an gestiegenen Importen bei gleichzeitig niedrigen Ausfuhren, nicht an einem entspannteren Weltmarkt. Die Vorräte an Destillaten, also Diesel und Heizöl, blieben unverändert und liegen für die Jahreszeit weiter sehr niedrig. Etwas Ausgleich schafft allein die Internationale Energieagentur IEA, der Zusammenschluss der Industriestaaten, die ihre Nachfrageerwartung für dieses Jahr deutlich gesenkt hat.

Der bundesweite Schnitt für Heizöl liegt heute bei 1,33 Euro je Liter und damit praktisch auf dem Stand von gestern. Die Heizölpreise sind auf Richtungssuche, nachdem sie in dieser Woche erst kräftig zulegten und dann leicht abgaben. Morgen läuft die im Juni vereinbarte Frist zwischen den USA und dem Iran ab, während die Vermittlungsbemühungen weitergehen. Für die kommende Woche dürfte das neue Bewegung bringen. Wer also bestellen will, sollte die Meldungen über das Wochenende im Blick behalten.

In Österreich bewegt sich der Liter kaum und liegt bei rund 1,61 Euro, das sind etwa zwei Cent unter dem Juli-Hoch. Die Heizölpreise in der Schweiz geben leicht nach und kosten 1,42 Franken je Liter. Dort ist der Abstand zum Vormonat mit gut fünf Rappen je Liter noch deutlich größer.

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