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Heizöl holt kurz Luft

Die Ölpreise ziehen am Donnerstagmorgen wieder an, nachdem die Huthi-Miliz erneut Ziele in Saudi-Arabien angegriffen hat. Die Heizölpreise in Deutschland geben heute dennoch nach. In Österreich und der Schweiz bleiben sie nahezu unverändert.

Der Mittwoch verlief an den Ölbörsen lange ruhig, die Preise hielten sich nahe ihrer Fünfmonatshochs. Mit dem Handelsstart in New York kippte die Stimmung wie schon am Vortag, und viele Händler verkauften. Am späten Nachmittag folgten die offiziellen US-Lagerdaten. In der Nacht zum Mittwoch hatte der Branchenverband API bei Heizöl und Diesel noch ein Minus von 2,6 Millionen Barrel gemeldet. Das US-Energieministerium zählte dagegen ein Plus von 1,7 Millionen Barrel, auch weil die Nachfrage um rund 0,6 Millionen Barrel pro Tag zurückging. Die Rohölvorräte sanken um 3,1 Millionen Barrel und damit weniger stark als vom API gemeldet. An der New Yorker Börse gab daraufhin vor allem Heizöl nach, beim Gasöl in London war die Wirkung schnell verflogen.

Parallel versucht die US-Regierung, mehr Diesel aus den heimischen Raffinerien herauszuholen. Immer mehr Anlagen verschieben geplante Wartungen, und Energieminister Chris Wright will jede stillgelegte Raffinerie wieder hochfahren lassen, bei der das machbar ist. Er räumte allerdings ein, dass nicht jeder dieser Versuche gelingen dürfte. Gasöl schloss am Mittwoch 18 US-Dollar tiefer bei 1.431,50 US-Dollar je Tonne, während sich Brent bis zum Abend erholte und mit 108,82 US-Dollar fast auf dem Niveau vom Dienstag aus dem Handel ging. Heute Morgen geht es wieder aufwärts. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 111,51 US-Dollar, gut 2,70 US-Dollar mehr als zum Schluss am Mittwoch. Die US-Sorte WTI steht bei 99,25 US-Dollar, Gasöl bei 1.460,00 US-Dollar je Tonne und damit 28,50 US-Dollar über dem Mittwochabend. Der Euro hält sich bei 1,12 US-Dollar.

Den Schub liefert Saudi-Arabien. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz aus dem Jemen griff am Mittwoch den Flughafen King Fahd in Dammam und das Ölfeld Shaybah des Staatskonzerns Aramco an. Am Flughafen starb nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde ein Mensch, acht wurden verletzt. In Shaybah töteten laut Energieministerium Trümmer einer abgefangenen Drohne zwei Arbeiter, die Förderung lief weiter. Das US-Außenministerium ordnete angesichts der Angriffe an, dass Mitarbeiter ohne Notfallaufgaben und ihre Familien das Land verlassen, wie Sprecher Tommy Pigott auf der Plattform X mitteilte. In der Nacht sollen in der Straße von Hormus erneut mindestens zwei Tanker angegriffen worden sein.

Aus Russland kommen dagegen Signale, die den Anstieg bremsen könnten. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff traf am Dienstag in Oslo den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und europäische Spitzenpolitiker, am Mittwoch sprach er rund drei Stunden mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in St. Petersburg. Nach Kreml-Angaben ist Russland grundsätzlich bereit, die Dreiergespräche mit den USA und der Ukraine nach dem 10. November fortzusetzen. Selenskyj bestätigte gegenüber Journalisten das Interesse Kiews und drängt auf einen Termin spätestens Anfang November. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte allerdings, die von Witkoff übermittelten Vorschläge der Europäer und der Ukraine hätten wenig Substanz. Ein Durchbruch könnte die Ölpreise deutlich entlasten. Bislang haben solche Vermittlungsversuche die Preise aber nur kurz gedrückt, weil sie meist ins Leere liefen.

Für Heizölkunden in Deutschland bringt der Start in den Donnerstag eine kleine Atempause. Der Liter kostet am Morgen im Bundesschnitt 1,72 Euro, gut 1,5 Cent weniger als gestern. Günstiger wird es fast überall. Am stärksten fällt der Preis im Saarland mit knapp 2,9 Cent, gefolgt von Baden-Württemberg mit knapp 2,7 Cent sowie Rheinland-Pfalz und Hamburg mit jeweils gut zwei Cent. Nur in Bremen zieht er um einen halben Cent an. Unter den Großstädten ist Heizöl in Nürnberg mit 1,67 Euro am günstigsten, in Köln, Kassel und Hannover werden rund 1,75 Euro fällig.

In Österreich hält sich der Heizölpreis nahezu unverändert bei 1,83 Euro je Liter und liegt damit gut elf Cent über dem deutschen Schnitt. Auch in der Schweiz bleibt der Durchschnitt mit 1,72 Franken stabil, obwohl die Preise in den einzelnen Kantonen teils in verschiedene Richtungen laufen.

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