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Ölpreise drehen nach Scheitern in Islamabad

Die Ölpreise ziehen zum Wochenstart kräftig an und klettern wieder über 100 US-Dollar. Nach dem Scheitern der Gespräche in Islamabad verschärft sich der Konflikt rund um die Straße von Hormus deutlich. Für Heizölkunden bedeutet das folglich steigende Preise und neue Unsicherheit. Im Durchschnitt verteuert sich Heizöl heute um etwa vier Cent bzw. Rappen je Liter.

Die Nordseesorte Brent und die amerikanische Ölsorte WTI legen zum Wochenauftakt spürbar zu und durchbrechen erneut die Marke von 100 US-Dollar. Die Märkte reagieren damit unmittelbar auf die politische Entwicklung vom Wochenende. Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind gescheitert, obwohl beide Seiten zuvor von Fortschritten gesprochen hatten.

Irans Außenminister Abbas Araqchi erklärte, man sei kurz vor einer Einigung gewesen, habe dann jedoch „Maximalforderungen“ und sich verschiebende Bedingungen seitens der USA erlebt. Aus Teheran kommt damit klar der Vorwurf, Washington habe den Durchbruch verhindert.

In Washington klingt das völlig anders. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Gespräche zwar als konstruktiv, machte aber gleichzeitig deutlich, dass ein Scheitern für ihn kein Problem darstelle. Zugleich kündigte er eine harte Linie an. Die US-Marine soll Schiffe kontrollieren, die iranische Häfen anlaufen oder von dort kommen. Auch Zahlungen an den Iran für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus will Washington unterbinden.

Das US-Zentralkommando präzisierte später, dass sich die Maßnahmen gezielt gegen Verbindungen zu iranischen Häfen richten sollen. Für den Markt macht das jedoch kaum einen Unterschied. Entscheidend ist die Signalwirkung. Die wichtigste Ölroute der Welt bleibt im Zentrum eines militärischen Konflikts.

Auch aus dem iranischen Militär kommen klare Drohungen. Esmaeil Qaani erklärte, die USA würden die Region am Ende ohne Ergebnis verlassen. Gleichzeitig kündigte Teheran an, auf jede militärische Annäherung in der Region entschlossen zu reagieren.

Damit wächst die Unsicherheit über die tatsächlichen Ölströme. Schon jetzt sind Lieferungen aus dem Persischen Golf eingeschränkt. Sollte auch der verbleibende Export aus dem Iran stärker blockiert werden, würde sich das globale Angebot weiter verknappen. Besonders im Fokus stehen dabei Lieferungen nach China, die bislang einen großen Teil der iranischen Exporte ausmachen.

Auch auf Produktebene zeigt sich die Entwicklung klar. ICE Gasöl, die zentrale Referenz für Heizöl in Europa, zieht deutlich an und folgt dem Rohölpreis nach oben. Das verteuert die Beschaffung entlang der gesamten Lieferkette.

Für den Markt zählt nun vor allem eine Frage. Wie weit geht die Eskalation tatsächlich. Solange Einigkeit in weiter Ferne liegt und militärische Maßnahmen im Raum stehen, bleibt das Risiko hoch und die Preise entsprechend unter Druck nach oben.

Die entscheidende Frage bleibt offen. Wie lange bleibt die Straße von Hormus eingeschränkt nutzbar. Je länger die Blockade anhält, desto stärker wird sich die Verknappung am Weltmarkt bemerkbar machen.

Die Heizölpreise im Inland ziehen nach den bullishen Vorgaben an den Börsen erneut an. In Deutschland liegt das aktuelle Niveau bei rund 1,45 Euro je Liter, in Österreich etwa bei 1,87 Euro je Liter und in der Schweiz bei umgerechnet rund 1,42 Franken je Liter. Die feste Tendenz zeigt sich damit im gesamten deutschsprachigen Raum.

Viele Verbraucher stehen nun vor einer klassischen Abwägung. Nach den starken Bewegungen der vergangenen Wochen fällt es schwer, den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Der Markt bleibt anfällig für schnelle Richtungswechsel, abhängig von jeder neuen Entwicklung im Nahen Osten.

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