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Kein US-Eingriff im Iran? Ölpreise geben nach

Die Ölpreise starten am Donnerstag deutlich schwächer, nachdem US-Präsident Trump die Sorgen vor einem militärischen Eingreifen im Iran gedämpft hat. Zuvor hatten geopolitische Spannungen und eine hohe Risikoprämie die Preise mehrere Tage nach oben getrieben. In der Folge sinken auch die Heizölpreise im Inland leicht. In Deutschland und Österreich können Verbraucher heute mit Abschlägen von etwa 0,2 Cent je Liter, in der Schweiz sogar mit gut einem Rappen je Liter rechnen.

Nach einer mehrtägigen Rally geraten die Ölpreise am Donnerstag unter Druck. Auslöser sind Aussagen von US-Präsident Donald Trump, die am Markt als Signal für eine Entspannung im Iran gewertet wurden. Trump erklärte, dass das Töten von Demonstrierenden im Iran gestoppt worden sei und es keine geplanten Hinrichtungen gebe. Diese Aussagen wurden an den Ölbörsen als Hinweis interpretiert, dass ein unmittelbarer militärischer Eingriff der USA derzeit nicht vorgesehen ist. Vermutlich um eine Eskalation zu vermeiden. Entsprechend wurde ein Teil der zuvor eingepreisten Risikoprämie wieder abgebaut.

Die Lage im Iran bleibt jedoch Thema Nummer 1 an den Börsen. Neue Drohungen zwischen Washington und Teheran, Warnungen der USA an eigene Staatsbürger sowie Berichte über eine angespannte Sicherheitslage hatten die Sorge vor möglichen Störungen der iranischen Ölproduktion und wichtiger Transportwege hochgehalten. Diese Ängste hatten die Ölpreise in den vergangenen Tagen deutlich steigen lassen.

Gegenwind kommt von den jüngsten Daten des Department of Energy (DOE) zu den US-Ölbeständen. Die Vorräte an Rohöl und Benzin sind deutlich gestiegen, trotz einer stärkeren Nachfrage. Zudem erreichen die US-Gesamtölvorräte den höchsten Stand seit Februar 2021, was eine gute Versorgung an Rohöl widerspiegelt. Preisdrückend wirkt zudem die Entwicklung in Venezuela, wo Ölförderung und Exporte wieder anlaufen und Gespräche zwischen Washington und Caracas geführt wurden.

In Deutschland geben die Heizölpreise am Donnerstagmorgen leicht nach. Nach den starken Schwankungen und deutlichen Aufschlägen der vergangenen Tage ist erstmals wieder eine Entlastung erkennbar. Heizöl kostet am Morgen im bundesweiten Mittel rund 91,5 Cent je Liter und damit 0,2 Cent weniger als gestern. Mit der Teuerung der letzten Tage ist die Nachfrage auf ein solides Grundrauschen geschrumpft. Wer Heizöl braucht, kauft. Wer noch warten kann, wartet auf die nächsten Preisnachlässe.

In Österreich zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Heizölpreise bewegen sich marginal nach unten, und bleiben im Seitwärtskanal. Mit durchschnittlich 1,06 Euro pro Liter kostet Heizöl rund 11 Prozent weniger als noch im November. Auch in der Schweiz kommen die Heizölpreise kräftig zurück. Über einen Rappen wird Heizöl heute günstiger und kostet aktuell im kantonweiten Mittel gut 93 Rappen je Liter. Damit liegt der Preis nur noch einen Rappen über dem Januar-Monatsdurchschnitt.

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