Marktdetails

Heizölpreise pendeln im engen Korridor

Die Ölpreise steigen am Mittwoch wieder, weil im Golf von Mexiko ein Sturm aufzieht und die Sorge um Ausfälle in der US-Förderung die Kurse stützt. Dazu kommen neue Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus und US-Lagerdaten, die überraschend wenig Rohöl zeigen. Gasöl macht seinen Rückgang vom Dienstag damit mehr als wett. Und auch die Heizölpreise in Deutschland und der Schweiz ziehen an, in Österreich geht es dagegen weiter nach unten.

Die Nordseesorte Brent kostet am Vormittag 101,27 US-Dollar je Barrel und damit knapp drei US-Dollar mehr als gestern Mittag. Die amerikanische Sorte WTI steht bei 89,94 US-Dollar. Gasöl, aus dem Heizöl gewonnen wird, schloss gestern mit 1.329,50 US-Dollar je Tonne gut 50 US-Dollar unter dem Vortag. Heute kostet es 1.390,00 US-Dollar. Der Euro wird etwas schwächer und kostet 1,12 US-Dollar.

Den Dienstag über ging es zunächst abwärts, weil wieder mehr Öl aus dem Persischen Golf auf den Weltmarkt gelangt und Riad stabile Transporte durch die saudischen Pipelines meldete. Am Nachmittag drehte die Stimmung mit den Lagerdaten des American Petroleum Institute (API) dann. Laut API sanken die Rohöl- und Benzinbestände, was bullish aufgefasst wurde. Ob das Department of Energy die knappe Versorgungslage mit den offiziellen Daten heute bestätigen kann, wird sich zeigen. Zusammen mit dem Monatsbericht der US-Energiebehörde EIA reichte das allerdings, um Brent und WTI bis zum Abend fast auf den Stand vom heute Morgen zurückzubringen.

Heute früh legen die Preise weiter zu, was vor allem am Wetter liegt. Im Golf von Mexiko hat sich ein Tief gebildet, das nach Einschätzung von US-Meteorologen binnen zwei Tagen Hurrikanstärke erreichen könnte. Es wäre der erste Hurrikan dieser Saison, die offiziell seit Anfang Juni läuft und erst Ende November endet. Gewöhnlich bringen gerade die Monate August bis Oktober die schwersten Stürme hervor, in diesem Jahr blieb ein Hurrikan bislang aus. Für die Ölindustrie steht einiges auf dem Spiel, denn aus den Förderfeldern vor der Küste stammen rund 15 Prozent des amerikanischen Rohöls und etwa fünf Prozent des Erdgases. An Land kommt die Hälfte der US-Raffineriekapazität hinzu, mindestens sechs große Anlagen liegen in der vorhergesagten Zugbahn. Der Ölkonzern Chevron holt sein Personal bereits von den Plattformen. Wie stark der Markt das zu spüren bekommt, hängt am Tempo des Sturms. Zieht er rasch durch, bleiben die Ausfälle kurz, ein langsamer Sturm richtet dagegen meist größere Schäden an, deren Reparatur Wochen dauern kann.

Mit den festeren Börsenvorgaben ziehen auch die Heizölpreise entsprechend an. Kaum wurde gestern ein Dreiwochentief erreicht, ist es heute auch schon wieder passé. Der Liter Heizöl kostet im deutschen Bundesschnitt aktuell 1,65 Euro und damit rund vier Cent mehr als am Dienstagabend. Mit der Aufholung des gestrigen Preisrückgangs setzt Heizöl heute seine Seitwärtsbewegung fort. Der 7-Tage-Durchschnitt von rund 1,64 Euro je Liter bleibt also engmaschig im Visier. Den Aufschlag bekommen Haushalte überall zu spüren, wenn auch unterschiedlich stark. In Hessen zahlen Käufer über fünf Cent mehr als gestern, in Hamburg sind es gut zwei. Beim Preisniveau selbst hat sich dagegen wenig verschoben. Hamburg bleibt mit 1,59 Euro die günstigste Adresse, in Hessen kostet der Liter mit 1,70 Euro gut elf Cent mehr.

In Österreich geht der Rückgang dagegen weiter. Der Liter kostet 1,79 Euro und ist damit so günstig wie seit knapp vier Wochen nicht mehr. Seit dem Hoch Mitte September summiert sich das Minus dort auf knapp 13 Cent. In der Schweiz zieht der Preis deutlich an, der Liter kostet derzeit 1,69 Franken. Den Rückgang vom Dienstag hat er damit mehr als wettgemacht und liegt nur noch gut einen Rappen unter seiner Jahresspitze.

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