Die Ölpreise haben gestern erneut zugelegt. Die steigenden Notierungen bei Brent, WTI und Gasöl, wurden vor allem durch erneute Drohungen der USA in Richtung Iran ausgelöst, was zu einer spürbar höheren Risikoprämie führte. Das bullishe Börsenklima übertrug sich auch auf den Inlandsmarkt. Für Heizöl bedeutet das heute spürbare Aufschläge von rund einem Cent je Liter.
Die Ölpreise haben ihren Aufwärtstrend am Mittwoch fortgesetzt. Im Mittelpunkt stand dabei die erneut verschärfte Rhetorik von US-Präsident Donald Trump gegenüber dem Iran. Er bekräftigte öffentlich, dass die USA militärische Optionen in der Region prüfen, sollte Teheran sein Atomprogramm nicht aufgeben. Solche Aussagen erhöhen am Ölmarkt regelmäßig die Risikoprämie, da bereits kleine Störungen im Nahen Osten große Auswirkungen auf die weltweite Versorgung haben können.
Von den US-Ölbestandsdaten, die das Department of Energy gestern veröffentlichte, ging kein klarer Trend aus. Laut dem Energieministerium gingen die Rohölbestände in der vergangenen Woche um 2,3 Millionen Barrel zurück. Bei Benzin und Destillaten gab es leichte Aufbauten. Der Report wurde von Marktteilnehmern neutral aufgenommen.
Gestern war auch die Entscheidung der US-Notenbank fällig. Die Federal Reserve ließ den Leitzins wie erwartet unverändert. Für den Ölmarkt ist das relevant, weil stabile Zinsen als Zeichen für eine robuste US-Wirtschaft gelten. Gleichzeitig blieb der US-Dollar schwach, was Öl für Käufer außerhalb der USA günstiger macht. Die höhere Nachfrage stützt die Preise zusätzlich.
Auch der Preis für Gasöl, das maßgebliche Vorprodukt für Heizöl, zog im Tagesverlauf deutlich an und blieb auf hohem Niveau. So deuteten sich gestern bereits neue Aufschläge für Heizöl an, die am Donnerstag fortführen. In Deutschland kletterte der bundesweite Durchschnitt am heutigen Vormittag auf knapp 94 Cent pro Liter. Der turbulente Januar ließ die Heizölpreise im Vergleich zum Jahresbeginn um gut vier Prozent steigen. Mit einem Monatsmittel von ca. 91 Cent je Liter zeigten sich die Heizölpreise jedoch durchaus moderat.
In Österreich bewegt sich Heizöl heute in Richtung 1,08 Euro Marke, und damit leicht über dem Januar-Durchschnitt von 1,06 Euro. Vor allem Tirol und Vorarlberg ziehen das Mittel mit Preisen um 1,11 Euro je Liter nach oben. In der Schweiz kommen die Heizölpreise am Vormittag erstmal 0,3 Rappen zurück auf ein kantonweites Mittel von 95,3 Rappen je Liter.