Marktdetails

Öl- und Heizölpreise auf Wochensicht deutlich teurer

Die Ölpreise starten weicher in den Freitagshandel, nachdem sie seit Montag kräftig zugelegt hatten. Der Schwung aus der Wochenmitte ist raus und auch die Gasölpreise können am Vormittag abgeben. Am Persischen Golf gehen die Angriffe unterdessen weiter. Die Heizölpreise in Deutschland, Österreich und der Schweiz geben heute ebenfalls leicht nach, bleiben auf Wochensicht aber teuer.

Brent notiert bei 95,48 US-Dollar pro Barrel, WTI bei 90,82 US-Dollar. Gasöl, der Kontrakt an der Londoner Börse ICE, aus dem sich der Heizölpreis ableitet, kostet 1.390,75 US-Dollar pro Tonne und liegt damit ebenfalls unter dem Vortag. Seit Montag hat sich Brent um mehr als sieben Prozent verteuert, zeitweise stand das Fass über 97 US-Dollar. Im gestrigen Nachmittagshandel kamen die Notierungen von diesem Hoch zurück, weil Händler nach dem Anstieg Gewinne sicherten.

An der politischen Lage hat sich allerdings nichts entspannt. Teheran meldete gestern Angriffe auf US-Stützpunkte in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten, das US-Verteidigungsministerium bestreitet jeden Treffer. Schwerer wiegen die Bedingungen für ein Ende des Kriegs. US-Vizepräsident JD Vance will erst verhandeln, wenn der Iran aufhört, Handelsschiffe zu beschießen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Sturz der iranischen Führung zum wichtigsten Ziel erklärt und hält ihn für erreichbar. Die Interessenlage verknotet sich zusehends.

In der Straße von Hormus, durch die vor dem Krieg ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs lief, verschärft der Iran die Kontrolle. Seine Sperrliste umfasst inzwischen 56 Schiffe, elf kamen diese Woche dazu. Den betroffenen Tankern drohen Geldstrafen bis zur Beschlagnahmung, und wer auf See Ladung von ihnen übernimmt, landet selbst auf der Liste. Jede Durchfahrt wird damit genau unter die Lupe genommen.

Washington setzt unterdessen auf Venezuela. Der US-Konzern North American Blue Energy Partners hat sich dort die Mehrheit an Reserven von über 65 Milliarden Barrel gesichert, das ist jedes fünfte Fass, das unter venezolanischem Boden vermutet wird. Beteiligt ist über die Muttergesellschaft auch das US-Verteidigungsministerium. Parallel dazu will Chevron die Förderung auf 600.000 Barrel täglich bringen und stellt dafür gut sieben Milliarden US-Dollar bereit, verteilt auf fünf Jahre. Kurzfristig entlastet das den Markt aber nicht, das Land pumpt derzeit etwas mehr als eine Million Barrel am Tag.

Bleibt die Knappheit bei den Mitteldestillaten, also bei Diesel und Heizöl. In den USA war Diesel gestern so teuer wie nie, meldet die Nachrichtenagentur Reuters, und die dortigen Lager waren im August so leer wie seit 1982 nicht mehr.

In Deutschland kostet der Liter Heizöl heute im Schnitt 1,49 Euro, gut einen Cent weniger als gestern. Gegen die Woche fällt das kaum ins Gewicht, denn vergangenen Freitag lag der Liter noch bei rund 1,34 Euro. Für 3.000 Liter zahlt man heute etwa 450 Euro mehr als vor sieben Tagen. Regional geht die Spanne weit auseinander, in Baden-Württemberg und Bayern kostet der Liter im Mittel gut 1,44 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern und Bremen rund 1,58 Euro je Liter. Mit dem kleinen Rückwärtsschlenker heute sollte die Nachfrage erstmal verhalten bleiben. Meist werden diese Bewegungen genutzt, um weitere mögliche Preisrückgänge zu beobachten.

In Österreich liegt der Liter bei 1,72 Euro und damit deutlich über dem deutschen Bundesschnitt. Eine 3.000 Liter Bestellung würde aktuell 5.160 Euro kosten. Das sind 1.860 Euro mehr als am gleichen Tag des Vorjahres. In der Schweiz kostet Heizöl aktuell 1,50 Franken, bleibt also nahe am Fünfmonatshoch. Letztes Jahr um diese Zeit zahlten Verbraucher dort rund 1.680 Franken weniger als heute.

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