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Heizöl folgt Gasöl nach unten

Die Ölpreise geben am Donnerstag nach, nachdem ein Brief von US-Vizepräsident JD Vance an Teheran Hoffnungen auf Gespräche geweckt hat. Gasöl verliert dabei deutlicher als Rohöl. Im Landesdurchschnitt geben die Heizölpreise heute in Deutschland leicht und in der Schweiz spürbar nach, in Österreich bleiben sie nahezu stabil.

Am Donnerstagvormittag kostet ein Barrel Brent 114,00 US-Dollar und damit gut 1,30 US-Dollar weniger als zum Handelsschluss am Mittwoch. Die US-Sorte WTI steht bei 101,37 US-Dollar. Am Vortag hatten beide Sorten noch zugelegt, Brent um 1,44 US-Dollar auf 115,32 US-Dollar und WTI um 2,88 US-Dollar auf 102,78 US-Dollar. Deutlicher verliert heute Gasöl. Mit 1.439,75 US-Dollar je Tonne liegt es 34 US-Dollar unter dem Vorabend und hat den Zuwachs vom Mittwoch von 10,75 US-Dollar damit mehr als vollständig abgegeben. Der Euro hält sich bei 1,11 US-Dollar.

Der Mittwoch hatte an den Ölbörsen ein Auf und Ab gebracht. Nach einem Anstieg im asiatischen Handel bremsten am Vormittag Meldungen, wonach Katar dem Iran einen neuen Friedensvorschlag vorgelegt habe. Am Nachmittag veröffentlichte das US-Energieministerium seine offiziellen Lagerdaten. Bei Heizöl und Diesel zeigten sie einen Rückgang, anders als die Schätzung des Branchenverbands API vom Vorabend, und auch die Rohölvorräte sanken. Gasöl zog daraufhin an, am Abend gaben die Preise einen Teil der Gewinne aber wieder ab. Die US-Notenbank Federal Reserve ließ den Leitzins wie erwartet unverändert, an den Ölbörsen sorgte das kaum für Bewegung.

Am Mittwochabend berichteten die US-Zeitung Wall Street Journal und das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf US-Regierungskreise über einen Brief von Vance an Mohsen Rezaei, den Chef des iranischen Sicherheitsrats. Demnach knüpft Washington Verhandlungen, mit denen sich weitere Militärschläge abwenden ließen, an Gespräche über das iranische Atomprogramm. US-Präsident Donald Trump stellte den Brief vor Journalisten anders dar. Vance habe dem Iran Hilfe bei der medizinischen Versorgung angeboten. „Sie brauchen Hilfe mit medizinischer Ausrüstung und anderen Dingen“, sagte Trump. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi schrieb auf der Plattform X, sein Land gebe der Diplomatie weiter eine Chance und stehe in engem Kontakt mit Vermittlern. Diese Signale nähren die Hoffnung auf eine Verhandlungslösung und dämpfen heute die Sorge um das Angebot.

Ganz trauen die Märkte der Entspannung allerdings nicht, denn die USA verstärken ihre militärischen Kapazitäten in der Region und haben Diplomaten abgezogen. Am Morgen meldete die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, über dem Osten des Landes einen Marschflugkörper der Huthi-Rebellen abgefangen zu haben. Nach eigenen Angaben hatte die Miliz an den beiden Vortagen die saudische Raffinerie Ras Tanura sowie den Flughafen der jemenitischen Hafenstadt Aden angegriffen, wo die international anerkannte Regierung des Jemen ihren Sitz hat.

Der Rückgang beim Gasöl erreicht im Laufe des Vormittags auch die Heizölkunden. Im Bundesschnitt kostet der Liter heute 1,72 Euro und damit rund eineinhalb Cent weniger als am Vortag. Fast alle Bundesländer machen die Bewegung mit. Am stärksten gibt der Preis in Bremen nach, wo der Liter gut drei Cent günstiger wird, gefolgt von Berlin mit knapp 2,80 Cent. In Sachsen und Sachsen-Anhalt fällt das Minus kaum ins Gewicht, in Thüringen bleibt der Preis praktisch unverändert. Unter den Großstädten zahlen Kunden in München mit 1,67 Euro am wenigsten, in Frankfurt mit 1,76 Euro am meisten. Angespannt bleibt die Belieferung über den Rhein. Die Binnenschifffahrt kämpft mit Verzögerungen, die Wetterprognosen bleiben trocken, und angekündigte Kanalsperrungen kommen hinzu. Für den Pegel Maxau am Oberrhein rechnet die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg inzwischen mit einem Rückgang unter die Niedrigwassermarke vom März 1963.

In Österreich gibt der Liter leicht nach und kostet weiterhin 1,86 Euro. Spürbar günstiger wird es nur in Salzburg mit fast drei Cent, in Niederösterreich, Vorarlberg und Wien bleibt der Preis unverändert. Die Spanne reicht von 1,79 Euro in Kärnten bis 1,90 Euro in Tirol.

Deutlicher fällt der Rückgang in der Schweiz aus, wo der Liter um knapp drei Rappen auf 1,74 Franken sinkt. In elf Kantonen beträgt das Minus mehr als vier Rappen, lediglich Freiburg und die Waadt bleiben auf Vortagesniveau. Am günstigsten ist Heizöl in Basel-Stadt mit 1,70 Franken, am teuersten in Graubünden mit 1,87 Franken.

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