Marktdetails

Der Ölpreis-Krimi geht weiter

Die Ölpreise haben am Donnerstag weiter zugelegt und sich zum Handelsschluss auf hohem Niveau behauptet. Brent überschritt erstmals seit Anfang April wieder die Marke von 105 US-Dollar je Barrel. Am Freitagmorgen bleiben die Notierungen fest und warten auf neue Impulse. Im Schlepptau die Heizölpreise, die sich ebenfalls auf höherem Niveau bewegen. Am Vormittag geht es rund drei Cent bzw. Rappen je Liter nach oben.

Grundsätzlich blieb gestern die Stimmung an den Ölbörsen bullish und Marktteilnehmer aufmerksam. Die Meldung über wiederaufgenommene russische Lieferungen über die Druschba-Pipeline in die Slowakei und Ungarn sowie ein festerer US-Dollar sorgten zunächst für leichten Druck auf die Notierungen.

Als Meldungen über einen ukrainischer Drohnenangriff auf eine Pumpstation an der Pipeline zum russischen Exporthafen Primorsk durchkamen, folgte die Reaktion prompt. Die Ölpreise zogen wieder an.

Damit bleibt das Bild unverändert. Entlastende Meldungen sorgen nur kurz für Bewegung nach unten, während neue Störungen das Niveau rasch wieder nach oben tragen. Der Markt bleibt eng und reagiert sensibel auf jede Entwicklung rund um den Ölfluss.

Die politische Lage liefert weiterhin keinen Ausweg aus dieser Situation. Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran kommen nicht voran. Teheran besteht auf einem Ende der Seeblockade, Washington hält den Druck aufrecht. Gleichzeitig demonstriert die iranische Führung Geschlossenheit und weist die amerikanische Darstellung klar zurück.

Auch die Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon bringt keine echte Entspannung. Die ursprünglich auf zehn Tage begrenzte Feuerpause wird um weitere drei Wochen verlängert. Die gegenseitigen Angriffe reißen jedoch nicht ab.

Auf dieser Basis haben die Ölpreise zum Wochenende nochmal eine Preisschippe draufgelegt und notieren aktuell bei gut 107 US-Dollar (Brent) bzw. rund 97 US-Dollar (WTI) je Barrel. Auch die Gasölpreise bleiben auf erhöhtem Niveau und nehmen die Heizölpreise mit ins Gepäck.

Diese klettern in Deutschland auf einen bundesweiten Durchschnitt von 1,33 Euro je Liter, auf Wochensicht ein Plus von rund fünf Cent je Liter. Seit März hat sich das Kaufverhalten spürbar verändert. Der starke Preisanstieg Anfang April dämpfte die Nachfrage zunächst merklich, viele Kunden warteten ab und beobachteten den Markt. Mit den zuletzt gesunkenen Preisen zog auch die Nachfrage wieder leicht an. Allerdings selektiver und taktischer als zuvor, was für eine sehr hohe Marktbeobachtung spricht.

In Österreich konnten Verbraucher auf eine gefälligere Preisentwicklung schauen. Insgesamt verlor Heizöl in dieser Woche rund drei Prozent an Gewicht und geht mit durchschnittlich 1,65 Euro je Liter in das Wochenende. Das sind immerhin 25 Cent weniger als noch Anfang April. Weitaus bewegter zeigen sich die Heizölpreise in der Schweiz. Dort zog der Preis für den flüssigen Brennstoff seit Montag knapp zehn Franken je Liter nach oben und verharrt aktuell bei ca. 1,35 Franken je Liter im kantonweiten Mittel. Mit Blick auf den Monatsanfang dennoch rund 30 Rappen pro Liter günstiger.

Für Ölheizer ist der Krimi noch nicht beendet, solange keine klare Lösung im Iran-Krieg in Sicht ist. Wer die Nachrichtenlage im Auge behält, kann zumindest die Preistäler nutzen, um nachzutanken.

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