Die Ölpreise geben am Donnerstag deutlich nach, nachdem die Internationale Energieagentur ihre Erwartungen an die weltweite Nachfrage erneut gesenkt hat. Gasöl rutscht inzwischen ebenfalls ab. Die Heizölpreise geben im Vergleich zu gestern teils deutlich nach.
Brent aus der Nordsee steht am Mittag bei 104,17 US-Dollar je Barrel, merklich unter dem Mittwochsniveau. Die US-Sorte WTI zeigt sich davon unbeeindruckt und notiert mit 95,04 US-Dollar fast dort, wo sie gestern ihr Dreiwochenhoch erreichte. Gasöl steht jetzt bei 1.426,00 US-Dollar je Tonne. Ein etwas festerer Euro bei 1,12 US-Dollar macht den Einkauf hierzulande obendrein ein wenig billiger.
Den milden Ton an den Börsen setzt der Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) vom Mittwochvormittag. Die Behörde mit Sitz in Paris erwartet, dass die Welt in diesem Jahr 2,6 Millionen Barrel Öl pro Tag weniger verbraucht als im Vorjahr, und hat ihre Schätzung damit nochmals verschärft. Auf der anderen Seite fließt wieder mehr Öl. Aus dem Persischen Golf wurden im September 4,4 Millionen Barrel pro Tag mehr verschifft, die Ausfuhren liegen damit bei etwa drei Vierteln der Mengen von vor dem Iran-Krieg. Passend dazu denkt die US-Regierung laut Reuters darüber nach, Sanktionen gegen die sogenannte Schattenflotte aufzuweichen, damit die Frachtraten von ihren Rekordwerten herunterkommen. Selbst beim Thema Saudi-Arabien ist der Markt gelassener geworden, denn ob die Huthi-Angriffe dort überhaupt Lieferungen verhindert haben, ist weiter offen.
Aus Russland ist nun wieder Diesel unterwegs. Nach Daten von LSEG hat ein Tanker im Ostseehafen Primorsk rund 40.000 Tonnen geladen und Kurs auf Marokko genommen. Indes kündigt der ukrainische Präsident Selenskyj an, die Angriffe auf russische Raffinerien wieder aufzunehmen, die sein Land auf Druck der USA ausgesetzt hatte. Am Abend richtet sich das Interesse dann auf die offiziellen amerikanischen Lagerdaten. Der private Branchenverband American Petroleum Institute (API) meldete in der Nacht, dass die US-Rohölvorräte um 11,1 Millionen Barrel geschrumpft sind, obwohl Analysten mit nahezu unveränderten Beständen gerechnet hatten. Bestätigt die US-Energiebehörde DOE heute den Abbau dieser Größenordnung, hätten die Vorräte so stark abgenommen wie zuletzt im Juni 2025. Eigentlich treibt eine solche Zahl die Preise nach oben, den Rückgang am Morgen konnte sie aber nicht aufhalten.
Beim Heizöl in Deutschland ist der Aufschlag vom Mittwoch schon zur Hälfte wieder weg. Der Liter kostet im Schnitt 1,71 Euro, rund zwei Cent weniger als gestern, bleibt aber über den 1,69 Euro vom Wochenanfang. Im Monatsverlauf steht er damit recht weit oben, vom Monatstief trennen ihn rund zehn Cent. Viele Haushalte haben ihren Tank zu Wochenbeginn gefüllt, als die Preise schwächelnd aus dem Wochenende kamen. Im Vergleich zum Oktober des vergangenen Jahres kostet Heizöl heute rund 80 Cent mehr pro Liter und damit fast doppelt so viel, damals lag der Monatsschnitt bei rund 91 Cent.
In Österreich prallen die Ausschläge dieser Woche fast vollständig ab. Der Liter pendelt seit Montag zwischen 1,82 und 1,83 Euro und steht auch heute bei 1,83 Euro, ein ordentliches Stück unter den gut 1,90 Euro von Mitte September. In der Schweiz schlägt der Preis dagegen kräftig aus. Nach dem Sprung auf 1,77 Franken am Mittwoch fällt der Liter heute um gut drei Rappen auf 1,73 Franken zurück und liegt damit wieder auf dem Niveau vom Ende der vergangenen Woche. Im Vorjahr lag der Oktoberschnitt bei 1,11 Euro in Österreich und 94 Rappen in der Schweiz.