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Ölpreise wieder rauf: Keine Gespräche in Sicht

Nach dem Kurssturz zum Wochenstart haben die Ölpreise am Dienstag wieder etwas Boden gefunden. Trumps neue Drohungen gegen den Iran und ein Dementi aus Teheran halten die Sorge um das Öl aus der Golfregion wach und stützen so die Notierungen. Dagegen können die Gasölpreise an Preisgewicht abwerfen und ziehen die Heizölpreise mit. In Deutschland und der Schweiz geht es im Schnitt zwei Cent bzw. Rappen je Liter nach unten. Österreichische Verbraucher können mit etwa 0,4 Cent je Liter weniger rechnen.

An den Börsen bleibt die Stimmung angespannt. Die Nordseesorte Brent hat sich vom gestrigen Tief gelöst und tendiert am Dienstag wieder fester. Gut zwei Prozent gegenüber Vortag geht es nach oben auf einen aktuellen Stand von 85,52 US-Dollar pro Fass. Auch die US-Sorte WTI zieht über einem Prozent hoch und kostet derzeit 81,26 US-Dollar pro Barrel. an. Gasöl dagegen, die für Heizöl maßgebliche Notierung an der Londoner Börse ICE, gibt auf 1.153,00 US-Dollar pro Tonne nach.

Erst am Sonntag hatte US-Präsident Trump neue Gespräche mit dem Iran in Aussicht gestellt, was am Montag zu einem Einknicken der Ölpreise führte. Wie es mittlerweile schon üblich ist, folgten bereits gestern auch schon die nächsten Drohungen. Trump bezeichnete sein Angebot als Teherans letzte Chance und kündigte an, die Straße von Hormus werde bald wieder frei befahrbar sein.

Ein Sprecher des Außenministeriums bestreitet jedes Gespräch mit den USA und auch geplante Treffen. Verhandelt werde allein mit dem Oman, und zwar nur über die Organisation der Schifffahrt durch die Meerenge. Wie angespannt die Lage bleibt, zeigt der Verkehr vor Ort, wo am Montag nur sechs Schiffe die Straße von Hormus passierten und ein Frachter vor der omanischen Küste von einem unbekannten Geschoss getroffen wurde. Die niederländische Großbank ING hält die Gewinnmitnahmen vom Montag für überzogen, solange die Unsicherheit so hoch bleibt.

Für zusätzlichen Preisdruck sorgt Russland. Seit die ukrainischen Drohnen fast täglich Tanker, Pipelines und Raffinerien treffen, bricht die russische Verarbeitung ein. Im Juli fiel sie auf den tiefsten Stand seit 24 Jahren und lag rund ein Drittel unter dem üblichen Sommerwert. Allein in diesem Monat nahm Kiew 18 Werke ins Visier, darunter die größte Anlage des Landes im sibirischen Omsk. Moskau hat seine Ausfuhrverbote für Benzin und Diesel bis Ende Januar verlängert und räumt inzwischen Engpässe bei der eigenen Versorgung ein.

In Deutschland liegt der Bundesschnitt heute bei 1,26 Euro pro Liter. Von seinen Sommerhochständen Ende Juli hat sich der Preis ein Stück gelöst und gibt auch heute weiter nach. In Österreich und der Schweiz geht es heute ebenfalls weiter abwärts. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs hat sich der Juni bisher als günstigster Monat entpuppt. Hier lagen die Preismittel je Liter in Deutschland und der Schweiz bei rund 1,15 Euro bzw. Franken, in Österreich bei 1,37 Euro.

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