Mit Druck auf den Schultern starten die Notierungen in den Donnerstag. Beim gestrigen Abendessen in Versailles griff Trump zum Stift und unterzeichnete das Friedensabkommen mit dem Iran. Irans Präsident Pezeshkian tat dem gleich, unterzeichnete aber digital in Teheran. Mit den Ölpreisen geht es entsprechend weiter abwärts, die auch die Heizölpreise mit ins Gepäck nehmen. Der flüssige Brennstoff erreicht heute den tiefsten Stand seit Anfang März.
Die Ölpreise beendeten den Mittwoch noch mit einem leichten Plus. Die US-Lagerdaten des Department of Energy (DOE) hatten die Kurse gestützt und der Markt wartete gespannt auf Neuigkeiten aus den Verhandlungen. Doch dann ging alles schneller als erwartet. Während eines Staatsbesuchs in Frankreich unterzeichnete Trump beim Abendessen im Schloss Versailles das sogenannte Islamabad-Memorandum. Zeitgleich setzte Irans Präsident Pezeshkian in Teheran seine digitale Unterschrift darunter. Das Abkommen markiert einen entscheidenden Schritt zur Beendigung des Krieges, dessen tatsächliches Ende allerdings noch aussteht.
Das Rahmenwerk umfasst 14 Punkte. Alle Kampfhandlungen auf sämtlichen Fronten sollen sofort enden, einschließlich des Libanon. Die amerikanische Seeblockade wird schrittweise aufgehoben, die Straße von Hormus für mindestens 60 Tage gebührenfrei freigegeben. Beide Seiten verzichten in dieser Zeit auf jede Verstärkung ihrer Truppenpräsenz in der Region. Internationale Nuklearinspektoren der IAEA dürfen wieder einreisen, Raketen und Verteidigung bleiben auf Teherans Wunsch außen vor. Nach einem finalen Abkommen, das binnen 60 Tagen ausgehandelt werden soll, sind US-Truppenabzug und ein Wiederaufbaufonds in dreistelliger Milliardenhöhe vorgesehen.
Ob Israel seine Operationen gegen die Hisbollah im Libanon einstellt, ist allerdings offen. Teheran warf Jerusalem bereits vor, gegen den Geist der Vereinbarung zu verstoßen. China begrüßte die Einigung und kündigte an, die Umsetzung begleiten zu wollen.
Für Analysten beginnt jetzt die eigentlich schwierige Phase. Minenräumung, Versicherungsfragen und der Neustart stillgelegter Förderanlagen werden Zeit kosten. Entsprechend dürfte sich das Angebot nur langsam normalisieren.
Auch am Donnerstag geht es mit den Heizölpreisen im DACH-Raum weiter südwärts. Heizöl kostet heute in Deutschland 1,09 Euro je Liter, so wenig wie seit Anfang März nicht mehr. Innerhalb der Grenzen klappt die Preisschere zwischen den Bundesländern immer weiter zu. Der Preisunterschied zwischen dem in den letzten Monaten teureren Norden und dem günstigeren Süden schrumpft von neun Prozent auf unter zwei Prozent.
Österreich liegt heute bei 1,33 Euro je Liter, die Schweiz bei 1,06 Franken. Für Verbraucher bedeutet die anhaltende Abwärtsbewegung vor allem eins: durchatmen.